Satteldorf Kleiner Durchstich mit großer Wirkung

Satteldorf / Harald Zigan 18.07.2018
Eine neue Straße im Industriegebiet von Satteldorf würde die Verkehrsströme entzerren – und dem Bauunternehmen Leonhard Weiss neue Perspektiven für die Zukunft  eröffnen.

Die Schatullen von Satteldorf sind gut gefüllt, und die Kommune kann sich dank der reichlich fließenden Gewerbesteuer in der Wonne der Schuldenfreiheit sonnen. Das liegt auch an Firmen wie Leonhard Weiss: Das Bauunternehmen ist seit dem Jahr 1990 im Industrie- und Gewerbegebiet an der Autobahn ansässig und beschäftigt allein dort rund 2000 von insgesamt 5200 Mitarbeitern. Im Satteldorfer Gemeindeparlament stellten die Geschäftsführer Volker Krauß und Ralf Schmidt die Zukunftspläne der Firma vor.

Der größte Arbeitgeber von Satteldorf „legt ein klares Bekenntnis zum hiesigen Standort ab“, sagte Bürgermeister Kurt Wackler. Für die Kommune steht außer Frage, für die Firma „gute Rahmenbedingungen zu schaffen“ und das Unternehmen „beim weiteren Ausbau zu begleiten.“

Leonhard Weiss spielt auf vielen Feldern in der ersten Liga der deutschen Baubranche und erzielte im Vorjahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro. „Wir gehen auch künftig von guten Marktbedingungen aus, wollen aber nicht mit Gewalt, sondern moderat und ertragreich wachsen“, sagte Volker Krauß, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Derzeit zieht Leonhard Weiss auf den insgesamt 100.000 Quadratmeter großen Firmenarealen im Satteldorfer Industriegebiet einen neuen Verwaltungsbau mit 720 Arbeitsplätzen mitsamt einer neuen Kantine für die Mitarbeiter hoch. „Bis Ende des Jahres 2019 investieren wir rund 20 Millionen Euro in den Standort Satteldorf“, sagte Ralf Schmidt, geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.

Bei dieser Summe wird es freilich nicht bleiben. In sieben Jahren wird das anno 1900 in Göppingen gegründete und heute in elf Ländern vertretene Unternehmen 125 Jahre alt. Unter dem Titel „LW 125“ hat Leonhard Weiss ein Konzept für die Zukunft entwickelt – mit ganz konkreten Plänen auch für den Satteldorfer Standort, die Ralf Schmidt dem Kommunalparlament vorstellte.

Auf der Agenda steht neben der Modernisierung der bestehenden Immobilien ein Parkhaus mit bis zu 600 Stellplätzen auf dem Gelände der früheren Firma Rungis. Leonhard Weiss hat das benachbarte Areal im Vorjahr erworben. Zu einem Vorzeigeprojekt könnte sich zudem ein geplantes Zentrum für die Aus- und Fortbildung der LW-Mitarbeiter mausern – der „Baucampus“ mitsamt Übernachtungsmöglichkeiten für die Teilnehmer der Schulungen würde eine ähnliche Rolle wie die Bauakademie in Feuchtwangen spielen und „weit über die Gemeinde Satteldorf hinaus strahlen“, sagte Bürgermeister Kurt Wackler.

Erweiterungsflächen im Satteldorfer Industriegebiet sind allerdings dünn gesät. Eine neue, nur ein paar Steinwürfe lange Straße würde hier für Leonhard Weiss gänzlich neue Perspektiven für die geplanten Projekte bieten: Ein Durchstich über das Rungis-Gelände, der die Dieselstraße mit der Industriestraße verbindet, würde direkt zur Autobahnanschlussstelle führen und auch die Verkehrsströme im Industriegebiet entzerren und sicherer machen – nicht zuletzt auch für viele Fußgänger, die hier unterwegs sind. Die Leonhard-Weiss-Straße, bislang eine viel befahrene Zufahrt auch zu anderen Firmen, würde dann aufgelassen und in eine Privatstraße verwandelt.

Die Satteldorfer Gemeinderäte votierten letztlich einstimmig dafür, für die geplanten LW-Projekte per Bebauungsplan-Änderung die rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen.

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