Rosengarten Kindergarten Westheim stößt an Grenzen: Gemeinde sucht Ausweichquartier

Rosengarten / ELISABETH SCHWEIKERT 15.03.2014
Wenn aktuell Eltern ihre Sprösslinge für den Kindergarten Westheim anmelden, braucht die Verwaltung einige Tage Zeit, bis sie eine Zusage geben kann. Denn: Die Plätze für Ganztagesbetreuung sind knapp.

Anfang des Jahres im Rathaus Uttenhofen: Ein Vater will sein Kleinkind für Mai in der Kindertagesstätte anmelden. Doch Jürgen Harant, zuständig für Kindergartensachen in der Verwaltung, bittet um Geduld, er könne nicht gleich zusagen. Als Harant zwei Wochen später der Familie einen Platz anbieten kann, hat sich die Familie schon für eine andere Betreuung entschieden. Das Beispiel zeigt die Brisanz: Eltern erwarten von der Gemeinde sofort die Zusage für einen Betreuungsplatz ihrer Wahl für ihre Kinder.

In Rosengarten gibt es zwar noch freie Plätze (im Teilort Rieden), aber nicht für die Ganztagesbetreuung, die es in Westheim gibt. Im Möckelschen Kindergarten ist der Platz ausgereizt, aktuell sind 13 Kinder mehr im Kindergarten, als die Betriebserlaubnis hergibt. Über die Einstellung zusätzlicher Erzieherinnen ist dies (rechtlich abgesichert) möglich, so Bürgermeister Jürgen König. Erst 2010 hatte die Gemeinde den Möckelschen Kindergarten erweitert. Dass das Angebot so gut angenommen wird, "konnte nicht vorhergesehen werden", so König, "das gute Angebot bestimmt die Nachfrage". Zwar plant die Gemeinde seit vergangenem Jahr eine Erweiterung des Kindergartens für vier Gruppen (zwei für Kleinkindbetreuung, zwei für Ganztagesbetreuung), doch bis zum Baubeginn (wohl Herbst) und Bezug (nächsten Spätsommer) gilt es gut ein Jahr zu überbrücken.

Die Gemeinde verfolgt verschiedene Optionen, um im Westheimer Kindergarten freie Ganztagesplätze für Familien zu bekommen. Eine Auslagerung der Vorschulkinder in die Grundschule ist im Gespräch. Aber dort seien keine Räume frei, sagt Schulleiter Ralf Völker bedauernd. Für die Betreuung der Schüler im Rahmen der verlässlichen Grundschule wurden Klassenzimmer umgebaut und ein Zimmer werde als Lagerraum gebraucht.

Eltern, deren Kinder im Westheimer Kindergarten die Regelgruppe besuchen, wurden gefragt, ob sie nach Rieden wechseln möchten. Dabei hatten sich acht Familien unter bestimmten Bedingungen bereit erklärt, zu wechseln, berichtet Harant. Die Gemeinde wolle die Beförderung der Kinder organisieren. Zudem ist bereits eine Erzieherin von Westheim nach Rieden gewechselt - so haben die Westheimer Kinder eine bereits bekannte Ansprechpartnerin.

Anja Nagel ist eine Mutter, die abwägt, ob ihre drei Jahre alte Tochter Leoni wechseln soll. "Wir waren zum Schnuppern schon in Rieden - meiner Tochter hat es dort gefallen." Jetzt hänge es davon ab, wie sich deren Spielkameraden entscheiden.

Die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende Nicole Seybold sagt, sie könne mit dem Vorschlag der Gemeinde leben. Elternbeiratsvorsitzender Marcel Haderer stimmt ihr bei: "Rieden ist keine schlechte Alternative". Allerdings hätte er sich gewünscht, dass sich die Gemeinde bereits im vergangenen Jahr um Alternativen gekümmert hätte. Deshalb sei die Diskussion teilweise hitzig verlaufen.

Gemeinderat Bernd Schramm brachte auch die Einrichtung einer Naturgruppe ins Gespräch - als kurzfristige Lösung. Der Förster betreut den Hospitalwald - dort hat der Haller Waldkindergarten sein Quartier, und seine Frau ist Erzieherin im Waldkindergarten Gaildorf. Bürgermeister König zeigt sich prinzipiell offen für einen sochen Kindergarten - allerdings sollte er von einer Elterninitiative getragen werden.

Kinderbetreuung: Angebot der Gemeinde Rosengarten
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