Rot am See Keinen und nichts verschont

Das Duo Iwwerzwerch mit Roland Dietz und Markus Martin. Foto: Daniela Röhling
Das Duo Iwwerzwerch mit Roland Dietz und Markus Martin. Foto: Daniela Röhling
DANIELA RÖHLING 27.01.2014
Der Hohenloher und seine ganz eigene Welt oder wahlweise der chauvinistische Stinkstiefel von nebenan. Am vergangenen Freitag hatte das Publikum im Bürgerhaus in Rot am See beides auf einen Schlag.

Das Duo Iwwerzwerch und Gerd Ferz sind Garanten für beste Unterhaltung. Das Feindbild ganz klar definiert und fest überzeugt von der Richtigkeit seiner Standpunkte kommen bei Gerd Ferz alias Stefan Walz seine besten Seiten zum Vorschein. Locker flockig zieht er über Gott und die Welt her und hält sein persönliches Standgericht. Unter die Räder kommt unter anderem die Volkshochschule. Das Programm ist etwas für die Frau, ganz klar, die hat ja auch am meisten Zeit für so Firlefanz: Aquajogging? Kennen Sie das, fragt der Comedian, ohne auf Antwort zu warten, denn die hat er ja als Allrounder schon parat: " Das ist für Leut, die zum Laufen zu faul und zum Schwimmen zu blöd sind." Noch Fragen? Großkopferte kommen übrigens auch ganz schlecht weg. Rote Zahlen im Geschäft und im Urlaub schwarze Pisten - da läuft doch was verkehrt, erkennt der Vollprofi auf den ersten Blick. Kein Wunder, dass am Ende sich der "Inkontinenzverwalter" ums Rechte kümmern muss, meint er voller Überzeugung. Seine überzogenen und chauvinistischen Einstellungen verteidigt Ferz auf eine sehr charmante Art und Weise. Und irgendwie kommen einem diese Negativbotschaften in abgeschwächter Form ja auch bekannt vor, wenn man dem Volk mal ganz genau aufs Maul schaut.

Die Iwwerzwerche kommen harmloser daher. In Lederhosen, mit Ziehharmonika und Gitarre im Anschlag wirken sie wie zu groß gewordene Lausbuben. Selbst wenn sich der Zwerch des Duos Markus Martin wegen seiner Größe doch irgendwie benachteiligt fühlt. Mit ihren Liedern machen sie nicht nur etwas Musik, sondern bewahren das gute alte Gefühl etwas Besonderes zu sein. Ein Hohenloher eben. Ob "Spatze mit Soß" oder "Der Mouschtsong": Besser kann man das Lebensgefühl nicht in Noten packen. Auch wenn die beiden die Songs nur covern, sind sie doch zwei große Nummer im schwäbisch-hohenlohischen Mundartgeschäft.