Gemeinderat Keine Steuererhöhungen in Satteldorf

Um die Finanzen ist es gut bestellt.
Um die Finanzen ist es gut bestellt. © Foto: Gina Sanders/fotolia
Satteldorf / Ute Schäfer 05.01.2018
Haushalt: Gewerbesteuer so hoch wie nie: Bürgermaeister Wackler erwartet wirtschaftliches Boom-Jahr.

Einen Rekordhaushalt bringen Bürgermeister Kurt Wackler und sein Kämmerer Tobias Schneider derzeit auf den Weg, doch um die Gemeinde Satteldorf muss einem nicht bange sein: Eine Zuführungsrate von gut drei Millionen schafft Substanz im Gemeindesäckel. Dies wurde deutlich, als Wackler in der Dezember-Sitzung des Gemeinderats den Haushaltsplan vorstellte.

Auch die Rücklagen der Gemeinde sind wohl gefüllt: Zum aktuellen Jahresende hat die Gemeinde fast elf Millionen auf dem Sparkonto, in einem Jahr sollen es noch 8,2 Millionen sein. Und nein, Schulden hat die Gemeinde keine. Schon seit 2008 nicht. Das wird sich auch im kommenden Jahr nicht ändern – sollte alles laufen wie geplant.

Deshalb sind auch keine Steuererhöhungen vorgesehen, von Erhöhungen bei der Hundesteuer einmal abgesehen.

Das Haushaltsvolumen beträgt insgesamt 23,35 Millionen Euro, im Vorjahr war es mit 19,14 Millionen deutlich weniger. Auf den Verwaltungshaushalt – das sind unter anderem die Personalkosten der gemeindlichen Mitarbeiter – entfallen dabei 15,69 Millionen (Vorjahr 14,07), auf den Vermögenshaushalt 7,66 Millionen (Vorjahr 5,07). Mit dem Vermögenshaushalt finanziert eine Gemeinde ihre Baumaßnahmen und Investitionen. In Satteldorf wird die Erschließung des Baugebiets Häuslesbühl mit 2,8 Millionen im kommenden Jahr den größten Batzen verschlingen. Doch wird es darüber hinaus viele weitere, kleinere Maßnahmen geben, „die allen Gemeindeteilen Rechnung tragen“, so Wackler.

„Wir haben gute Jahre hinter uns und bewegen uns auf ein wirtschaftliches Boom-Jahr zu“, sagte Wackler. Da steckt die Gemeinde selbst die gestiegenen Umlagen locker weg: Der Finanz­ausgleich ans Land fordert 1,8 Millionen, 350 000 Euro mehr als 2017. Und auch die Kreisumlage schlägt eine Wunde in die Kasse: Sie beträgt für Satteldorf das kommende Jahr 2,7 Millionen, 460 000 Euro mehr als im Vorjahr. „Ob das so hoch sein muss, ist fraglich“, sagte Wackler. „Vielleicht wäre eine Senkung angezeigt.“ Allerdings ist ihm auch bewusst, dass seine Gemeinde hier auf hohem Niveau jammert. „Bei anderen Gemeinden sieht es aber nicht so aus.“

Insgesamt steht die Gemeinde Satteldorf gut da: Eine gute wirtschaftliche Grundstruktur und einen hohen Beschäftigungsanteil lassen die Steuereinkünfte der Gemeinde steigen: Satteldorf sieht hier im Jahr 2018 so hohen Einnahmen wie noch nie entgegen. „Wir können wahrscheinlich vier Millionen realistisch erwarten“, teilte Wackler den Ratsmitgliedern mit.

Allerdings steigen natürlich nicht nur die Einnahmen in Satteldorf. Auch die Ausgaben wachsen. Das hat vor allem mit dem Wachstum der Gemeinde zu tun. Denn mehr Familien brauchen mehr Kindergärten und die brauchen mehr Erzieherinnen. Entsprechend stiegen die Personalkosten. Sie werden 2018 bei 3,25 Millionen Euro liegen, vier Jahre davor waren es noch 2,45. Die Steigerung um fast ein Drittel zeigt einerseits die tarifbedingt leicht gestiegenen Löhne, sie belegt aber auch die Dynamik, die in Satteldorf herrscht.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel