Haushalt Keine großen Sprünge möglich

Mit 65 000 Euro beteiligt sich die Gemeinde Wallhausen an der Reaktivierung der Bahn-Haltestelle in Wallhausen. Mit dem Geld soll vor allem der Vorplatz des Bahnhofs umgestaltet werden. Foto: Harald Zigan
Mit 65 000 Euro beteiligt sich die Gemeinde Wallhausen an der Reaktivierung der Bahn-Haltestelle in Wallhausen. Mit dem Geld soll vor allem der Vorplatz des Bahnhofs umgestaltet werden. Foto: Harald Zigan
Wallhausen / HARALD ZIGAN 01.02.2013
Das finanzielle Korsett der Gemeinde Wallhausen ist eng geschnürt: Für Investitionen bleibt in diesem Jahr nicht viel Luft. Gleichzeitig muss die Kommune ihren Schuldenberg weiter abtragen.

Bürgermeisterin Rita Behr besitzt Galgenhumor: "Es gibt offenbar immer noch eine Steigerung von schwierig" - so kommentierte die Rathaus-Chefin etwas überspitzt die Aussichten für das Jahr 2013.

Mit den Feinheiten des neuen Haushaltes beschäftigte sich das Kommunalparlament bereits zum dritten Mal - eine gebeutelte Gemeinde wie Wallhausen muss sich angesichts seiner desolaten Lage in der Kasse genau überlegen, wofür überhaupt Geld ausgegeben werden kann.

Jammern hilft nichts - deshalb verschwendeten die Damen und Herren des Gemeinderates auch in der jüngsten Sitzung kein Wörtchen für die grandiose Pleite der Klärschlamm-Verwertungsanlage (KSV) in Waldeck: Wallhausen ist bei diesem Projekt mit einer Bürgschaft über 550 000 Euro in den Insolvenzstrudel hineingeraten.

Und auch an "Altlasten" hat die Gemeinde noch gehörig zu knabbern: Schon seit dem Jahr 2006 werden "Fehlbeträge" aus Großprojekten wie dem Kulturhaus oder dem Naturfreibad in einer Höhe von rund 1,3 Millionen Euro via Haushalt abgestottert. Zum Jahresende 2013 dürfte die Kommune dann zumindest von dieser finanziellen Bürde befreit sein.

Für Investitionen stehen der Gemeinde heuer rund eine Million Euro zur Verfügung. Auf der Liste (das HT berichtete bereits) steht unter anderem die Reaktivierung des Bahnhalts in Wallhausen: Hier soll vor allem der Vorplatz für den Busanschluss gerichtet werden mit Kosten von rund 65 000 Euro. Die Versorgung von Hengstfeld und Michelbach/Lücke mit einer schnellen DSL-Verbindung auf der Datenautobahn schlägt mit rund 75 000 Euro zu Buche.

Das meiste Geld im Vermögenshaushalt der Kommune wandert allerdings in Bank-Tresore: 335 000 Euro an Alt-Darlehen werden getilgt. Andererseits braucht die Gemeinde zur soliden Finanzierung ihres Etats "frische" Kredite in Höhe von 400 000 Euro. Damit wächst der Schuldenberg um eine Netto-Neuverschuldung von 65 000 Euro an.

Ende des Jahres dürften sich dann die Schulden auf rund 6,3 Millionen Euro summiert haben - rein rechnerisch steht dann jeder Bürger der Gemeinde mit 1792 Euro in der Kreide, wie Kämmerer Jürgen Rosenäcker vorrechnete.