Keime Kein Chlor mehr im Gerabronner Wasser

Der Chlorgeruch des Gerabronner Leitungswassers gehört vorerst der Vergangenheit an.
Der Chlorgeruch des Gerabronner Leitungswassers gehört vorerst der Vergangenheit an. © Foto: Ohde, Christian
Gerabronn / Erwin Zoll 09.08.2018
Die Hohenloher Wasserversorgungsgruppe hat immer noch keine Erkenntnisse über die Ursache der Verkeimung im Juni und im Juli.

Die Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (HWG) hat die Chlorierung des Wasser jetzt eingestellt, nachdem sie die Menge des Chlors, das dem Wasser zugefügt wurde, in der vergangenen Woche schrittweise reduziert hatte. Bei einer Messung am vergangenen Montag war nach Auskunft von Betriebsleiter Holger Gersten kein Chlor mehr nachweisbar. Seit dem 26. Juni, als zum zweiten Mal coliforme Bakterien im Wasser festgestellt wurden, war das Wasser mit den nach der Trinkwasserverordnung maximal zulässigen 0,3 Milligramm Chlor pro Liter versetzt worden.

Amt verhängt Abkochgebot

Weil im Wasser, das vom Gerabronner Wasserturm und den beiden daneben liegenden Hochbehältern in das Netz eingespeist wird, Keime festgestellt wurden, hatte das Gesundheitsamt am 26. Juni ein Abkochgebot verhängt. Demnach sollte das Wasser vor seiner Verwendung sechs Minuten sprudelnd kochen, und zwar in einem Versorgungsgebiet mit 3900 Einwohnern, das von Raboldshausen bis Dünsbach reicht.

Seit dem 13. Juli ist das Abkochgebot aufgehoben. Ein erstes Abkochgebot, das ebenfalls wegen coliformer Keime erlassen worden war, hatte vom 7. bis 19. Juni gegolten, allerdings ging es dabei nur um Teile des Hauptortes Gerabronn und um Rechenhausen, also die sogenannte Hochzone um den Gera­bronner Wasserturm.

In dieser und in der kommenden Woche werden im Wasserturm, in den Hochbehältern und im Leitungsnetz weitere Wasserproben genommen. Bis die Proben untersucht sind und die Ergebnisse vorliegen, dauert es jeweils zwei bis drei Tage.

Zur Ursache der Verkeimung gibt es nach Angaben des Gesundheitsamts immer noch keine Erkenntnisse. Bisher steht lediglich fest, dass der 300 Kubikmeter fassende Wasserturm und die jeweils 400 Kubikmeter großen Hochbehälter in Gerabronn der Ausgangspunkt der Verkeimung waren. An der Zuleitung vom Hauptwasserturm Lindlein wurden dagegen keine Keime festgestellt. Die drei Wasserkammern in Gerabronn wurden inzwischen desinfiziert.

Sollte erneut eine Verkeimung des Wassers festgestellt und ein Abkochverbot erlassen werden, so werden die Verbraucher erneut mit Handzetteln informiert, wie HWG-Geschäftsführerin Isolde Ansorge erklärte. Informationen soll es außerdem auf der Homepage des Zweckverbands (www.wv-hohenlohe.de) und bei den Kommunen geben. Sensible Stellen wie Arztpraxen und Lebensmittel verarbeitende Betriebe sowie das Seniorenheim Azurit werden vom Gesundheitsamt telefonisch unterrichtet. Damit ziehen die Behörde und die HWG offensichtlich Lehren aus der Vergangenheit. Denn vom ersten Abkochgebot hatten die sensiblen Stellen zu spät erfahren, und auch beim zweiten Abkochgebot wurden nicht alle Einrichtungen umgehend unterrichtet.

Bis heute kein Notfallplan?

Allem Anschein nach hat es zu diesem Zeitpunkt keinen Notfallplan gegeben, aus dem ersichtlich gewesen wäre, welche Einrichtungen wie und mit welcher Dringlichkeit von einer Verkeimung unterrichtet werden müssen. Und auch jetzt scheint es einen solchen Plan noch nicht zu geben. Das Gesundheitsamt hat die Frage unserer Zeitung, ob es einen Notfallplan gibt, mit der Aussage beantwortet: „Wir sind mit der Gemeinde und dem Zweckverband Hohenloher Wasserversorgung dazu im Gespräch.“

Folgen Sie schon auf Instagram @hohenlohertagblatt?

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel