Langenburg Kein Anlass zum Jubel: Langenburg schließt Haushaltsjahr 2014 mit Fehlbetrag ab

Auf der von hier aus gesehen rechten Seite des Pausenhofs entsteht ein Gebäude, das den Kindergarten mit der Grundschule verbindet. Darin werden die Mensa und zusätzliche Räume für die Schule untergebracht. Foto: Erwin Zoll
Auf der von hier aus gesehen rechten Seite des Pausenhofs entsteht ein Gebäude, das den Kindergarten mit der Grundschule verbindet. Darin werden die Mensa und zusätzliche Räume für die Schule untergebracht. Foto: Erwin Zoll
ERWIN ZOLL 23.07.2015
Die Finanzen der Stadt Langenburg haben sich im vergangenen Jahr nicht so schlimm entwickelt, wie es befürchtet worden war, aber zum Jubel gibt die Jahresrechnung 2014 dennoch keinen Anlass.

"Uns war bewusst, dass es kein gutes Haushaltsjahr wird, aber es ist etwas besser gelaufen als geplant." So fasst Bürgermeister Wolfgang Class das Rechnungsjahr 2014 zusammen. "Die Zahlen sind nicht so toll", meint Kämmerer Florian Dollmann zur Jahresrechnung, die der Gemeinderat einstimmig gebilligt hat.

Positiv schlägt die Gewerbesteuer zu Buche, von der die Stadt 1,7 Millionen Euro eingenommen hat statt einer Million wie geplant. Auf der anderen Seite fallen die Zuweisungen von Bund und Land um 250.000 Euro niedriger aus.

Das Defizit im Verwaltungshaushalt fällt um 388.000 Euro geringer aus und beträgt 1,25 Millionen Euro. Die gleiche Veränderung ist bei der Nettoinvestitionsrate zu beobachten, einer wichtigen Kennziffer für die Finanzlage einer Kommune. Sie zeigt eigentlich, wie viel Geld aus den laufenden Geschäften zur freien Verfügung übrig bleibt. Im Fall Langenburg allerdings handelt es sich um eine negative Nettoinvestitionsrate: 1,35 Millionen Euro müssen aus anderen Quellen gedeckt werden, ebenfalls 388.000 Euro weniger als geplant.

Knapp 100.000 Euro hat die Stadt an Schulden getilgt; sie steht jetzt noch mit 1,8 Millionen Euro in der Kreide. Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung von 1051 Euro (Vorjahr 1113 Euro). "Der Schein trügt", meinte Florian Dollmann zur Feststellung von Stadtrat Wolfgang Maier, die Pro-Kopf-Verschuldung sinke. Denn darin sind nicht die Schulden der Wasserversorgung enthalten, die 1,9 Millionen Euro betragen. Zusammen ergibt das 3,7 Millionen Euro an Schulden, 177.000 mehr als ein Jahr zuvor, und eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2159 Euro (Vorjahr 2065 Euro).

Und noch eine Kröte müssen die Langenburger schlucken: Weil das Landratsamt keine Kreditaufnahme genehmigt hat, weist die Jahresrechnung einen Fehlbetrag von 1,3 Millionen Euro aus, der in den folgenden drei Haushaltsjahren ausgeglichen werden soll - und ein solcher Fehlbetrag ist eigentlich auch nichts anderes als eine Schuld.