Tiere Katzen-Kommune ufert aus

Das wilde, rund 50-köpfige Schrozberger Katzenvolk stromert bei seinen Streifzügen auch durch Gärten und Friedhöfe und hinterlässt dort seine Stoffwechselprodukte – was zunehmend auch für Beschwerden aus der Bürgerschaft sorgt.
Das wilde, rund 50-köpfige Schrozberger Katzenvolk stromert bei seinen Streifzügen auch durch Gärten und Friedhöfe und hinterlässt dort seine Stoffwechselprodukte – was zunehmend auch für Beschwerden aus der Bürgerschaft sorgt. © Foto: Ilja Siegermund
Schrozberg / Harald Zigan 08.12.2018
In Schrozberg hat sich eine 50-köpfige Gruppe gebildet, die inmitten der Stadt lebt. Tierfreunde suchen zusammen mit dem Rathaus nach neuen Besitzern.

Vom paradiesischen Leben eines verhätschelten Stubentigers können rund 50 Katzen in Schrozberg nur träumen: Die Tiere sind herrenlos, haben keine Heimstatt und fristen ihr wildes Dasein inmitten der Stadt.

Einige Bürger haben sich der Katzen erbarmt und versorgen sie mit Futter. Zusammen mit Tierfreunden sucht das Rathaus derzeit nach einer Lösung für das Problem mit der Katzen-Kommune, die sich schon vor geraumer Zeit gebildet hat.

Die Ursprünge der Katzen-Gruppe sollen auf eine Familie zurückgehen, die bei ihrem Umzug in eine andere Gegend einige Fellträger einfach zurück gelassen haben soll. Zuerst quartierten sich die Vierbeiner notgedrungen in einer alten Scheune ein. Als dieses Gebäude abgerissen wurde, suchten sich die Katzen neue, unbewohnte Domizile in der Gegend, in die sie sich nach ihren ausgedehnten Streifzügen zurückziehen und dort auch ihre Jungen zur Welt bringen.

Ungezügelter Nachwuchs

Und Nachwuchs gibt es inzwischen reichlich: Monat um Monat vergrößert sich das Schrozberger Katzenvolk ungezügelt. Und in der Nachbarschaft häufen sich mittlerweile die Beschwerden von Bürgern, wenn die Katzen ihre flüssigen und festen Stoffwechselprodukte zum Beispiel in privaten Gärten oder auf öffentlichen Grünflächen verscharren.

Auch jenen Schrozberger Tierfreunden, die den doch recht hohen finanziellen Aufwand für große Mengen an Katzenfutter nicht scheuen und die Tiere regelmäßig mit Nahrung versorgen, ist inzwischen klar, dass es mit dem Katzenvolk so nicht weitergehen kann.

In Zusammenarbeit mit Privatleuten bemüht sich das Rathaus derzeit um eine Lösung des Problems. Die Stadt übernimmt beispielsweise die Kosten für eine Sterilisation der Tiere und kommt auch für tierärztliche Behandlungen auf.

Die Katzen sollen dann an neue Besitzer vermittelt werden. Ein idealer Lebensraum für die Fellträger wären zum Beispiel Bauernhöfe oder Reiterhöfe, wo sich die überaus scheuen Tiere an ein normales Leben mit dem Menschen gewöhnen können und dennoch viel Auslauf haben. Denn als reine „Wohnungskatzen“ eignen sich die Schrozberger Katzen aufgrund ihrer bisherigen Lebensweise nur bedingt.

Katzenfreunde gesucht

Bevor die Tiere in neue Hände kommen, werden sie auf jeden Fall sterilisiert und tierärztlich untersucht. Wer den Schrozberger Katzen die Chance auf ein angenehmes Leben geben möchte, kann sich unter der Telefonnummer 0 79 34 / 99 31 85 melden.

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