Obersontheim Kärcher: Aus Obersontheim in die Welt

Im hinteren Gebäudekomplex stellen 250 Mitarbeiter nicht nur Blechkomponenten für andere Werke her, sondern produzieren jedes Jahr auch rund 6000 verkaufsfertige Geräte. Im vorderen Gebäude befindet sich das Logistikzentrum.
Im hinteren Gebäudekomplex stellen 250 Mitarbeiter nicht nur Blechkomponenten für andere Werke her, sondern produzieren jedes Jahr auch rund 6000 verkaufsfertige Geräte. Im vorderen Gebäude befindet sich das Logistikzentrum. © Foto: Kärcher
Obersontheim / LISA-MARIA MÜLLER 27.05.2015
Vom Komponenten-Zulieferer zum Produktionsstandort für kommunale Fahrzeuge: Vor 50 Jahren hat Kärcher sein Werk in Obersontheim eröffnet. Seit Inbetriebnahme wurde der Standort kontinuierlich ausgebaut.

"Das Werk Obersontheim hat für Kärcher eine besondere Stellung, da es die erste Produktionsstätte außerhalb des Stammsitzes in Winnenden war", betont David Wickel-Bajak, Leiter der Unternehmenskommunikation. Mit gerade einmal zehn Mitarbeitern startete im Mai 1965 dort die Produktion. Kärcher habe sich bewusst für einen Standort im ländlichen Raum entschieden, erklärt der Pressereferent. "In den 60er Jahren war die Zeit des Wirtschaftswunders. Es gab kaum Arbeitskräfte. Diesen Mangel hat man vor allem in Großstädten wie Stuttgart und Umgebung gespürt. Auf dem Land sah es da viel besser aus."

Obersontheim galt damals als reiner Zulieferbetrieb für das Stammhaus in Winnenden. Zunächst wurden dort nur Komponenten für die Fertigung von Heißwasser-Hochdruckreinigern, Dampferzeugern und weiteren Geräten hergestellt. Erst in den 80er Jahren fertigten die Mitarbeiter dort auch eigenständige Produkte an wie beispielsweise Feldküchen, SB-Waschstationen oder SB-Sauger. Heute werden in Obersontheim jedes Jahr neben Blechteilen 6000 verkaufsfertige Geräte produziert. "Von Kehrmaschinen in Buenos Aires über Wasseraufbereitungsanlagen in Afghanistan bis hin zu Geräteträgern in Oslo - Produkte aus unserem Werk Obersontheim sind heute weltweit im Einsatz", sagt Hartmut Jenner, Vorsitzender der Geschäftsführung. "Den Standort zeichnen eine hohe Fertigungsqualität und engagierte Mitarbeiter aus. Daher haben wir vor Kurzem die Kommunalfahrzeug-Produktion von einem schwedischen Lieferanten nach Obersontheim verlagert und damit neue Arbeitsplätze geschaffen." Ebenfalls aus Obersontheim kommen die Geräte und Anlagen der Tochterfirma Kärcher Futuretech, die sich ganz auf den Bedarf öffentlicher Auftraggeber wie Zivil- und Katastrophenschutzorganisationen konzentriert. Aktuell setzt beispielsweise der Technische Hilfsdienst (THW) Wasseraufbereitungsanlagen von Kärcher in Nepal ein.

Ein Meilenstein der Kärcher Firmengeschichte war sicherlich das Jahr 1974: Das Unternehmen entschied sich für einen grundsätzlichen Strategiewechsel. "In seinen Anfängen hatte Kärcher ja ein sehr durchmischtes und breitgefächertes Produktsortiment. Ab 1974 hat sich das Unternehmen dann auf ein Produkt - auf den Hochdruckreiniger - spezialisiert, was zu einem riesigen Wachstum führte", so Wickel-Bajak. Diese Entwicklung wirkte sich auch positiv auf den Obersontheimer Standort aus. Die Zahl der Mitarbeiter ist seit der Inbetriebnahme von damals zehn auf heute 250 Personen angestiegen. In den letzten 50 Jahren wurden insgesamt 37 Millionen Euro in das Werk investiert - zuletzt in eine neue Pulverbeschichtungsanlage. "Kärcher hat weltweit 22 Logistik- und Produktionswerke. Obersontheim ist der modernste Standort von allen", betont der Pressesprecher.

Mit dem Werk Bühlertal und dem Logistikzentrum Obersontheim unterhält Kärcher im Kreis Schwäbisch Hall insgesamt drei Standorte. Die Kärcher Reinigungsmittelfertigung in Sulzdorf ist dem Werk Obersontheim angegliedert.

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