Muswiese Edle Rinder in praller Sonne

Der Juror nannte es „Fleckvieh in Perfektion“: Thomas Klenk aus Dörrmenz mit seinem siegreichen Rind.
Der Juror nannte es „Fleckvieh in Perfektion“: Thomas Klenk aus Dörrmenz mit seinem siegreichen Rind. © Foto: Sebastian Unbehauen
Musdorf / Sebastian Unbehauen 10.10.2018
Der Strukturwandel in der Landwirtschaft hinterlässt zwar seine Spuren, aber die Jungviehprämierung auf der Muswiese erfreut sich großer Beliebtheit.

Wie sich ein Theatervorhang hebt, so hat sich am Dienstag früh pünktlich zum Beginn der Jungviehprämierung der Nebel auf dem Reitplatz gelichtet – und die Bühne freigegeben für die 42 Schönheiten, die heuer aufgetrieben wurden. Mussten die Tiere im vergangenen Jahr noch durch ungemütlichen Regen stolzieren, wurden sie heuer von der prallen Morgensonne ins beste Licht gerückt. Und Muswiesen-Organisatorin Beate Meinikheim, die traditionell mit einem Korb voller Likörflaschen am Rande der Veranstaltung steht, konnte sich der Oktober-Wespen schier nicht erwehren.

Qualität, die glücklich macht

Alles eitel Sonnenschein also? Was die Rinder angeht schon. „Ich kann mich sehr glücklich schätzen, so eine Qualität im Ring zu haben“, sagte Preisrichter Michael Schmidt, stellvertretender Zuchtleiter der Rinderunion Baden-Württemberg. Und so wurden samt und sonders erste Preise vergeben. Kein Wunder, bei solchen Kommentaren des Jurors: „Sehr edles Rind mit einem sehr feinen Fundament“; „Vorzüge in der Oberlinie“; „enorm entwickelt, enorm lang“; „extrem kalibrige Humpert-Tochter“; „idealer Rahmen, gut gelagertes Becken“. Jeder, der die deutsche Sprache liebt, kommt bei der Prämierung immer wieder auf seine Kosten.

Ein Wermutstropfen war freilich, dass gegenüber 2017 wieder drei auftreibende Betriebe wegfielen. „Das ist halt der Strukturwandel“, sagte Thomas Klenk, der Vorsitzende des Rinderzuchtvereins im Kreis Schwäbisch Hall, der die Prämierung zusammen mit Franziska Unfried von der Rinderunion organisiert hatte. „Ich hätte nicht gedacht, dass es heute trotzdem so viele Tiere werden.“ Immer mehr Bauern geben auf, die anderen vergrößern sich und haben entsprechend weniger Zeit. So eine Jungviehprämierung erfordert aber durchaus einiges an Vorbereitung, schließlich wollen die Rinder gerichtet sein – und schließlich muss man sie in Zeiten der Laufställe erst einmal daran gewöhnen, am Strick zu gehen.

Kontakt zur Öffentlichkeit

„Aber natürlich genießt man den Tag, wenn man die Kollegen trifft und sich austauschen kann“, so Klenk. „Es ist uns außerdem ganz wichtig, den Kontakt zur Öffentlichkeit zu haben. Wir wollen zeigen, dass unsere Tiere gut gehalten werden. Die sehen alle top aus.“ Die Muswiesen-Besucher kamen zahlreich an den Reitplatz, spendeten fleißig Applaus und zeigten so, dass ihnen diese Tradition sehr am Herzen liegt. Auch Landwirtschaftsschüler der Eugen-Grimminger-Schule in Crailsheim waren wie immer da, um Praxisluft zu schnuppern. Der Zuspruch also ist da, und auch Bürgermeister Siegfried Gröner sagte in seiner Ansprache: „Ich hoffe, dass es die Jungviehprämierung noch lange gibt.“ Damit ist er nicht allein.

Sieger aus Dörrmenz und Schrozberg

Thomas Klenk holte sich mit einer Mint-Tochter den Sieg bei den älteren Tieren. Bei den jüngeren Tieren war Thomas Heilmann mit einer Waller-Tochter erfolgreich. In beiden Fällen holte sich die Familie Kuppler den Reservesieg. Folgende Betriebe trieben heuer auf (in Klammern: Anzahl der Tiere): Balmberger, Krailshausen (4); Gerlinger, Könbronn (6); Groß, Heufelwinden (2); Heilmann, Schrozberg (10); Klenk, Dörrmenz (4); Kuppler, Reupoldsrot (5); Lober, Sigisweiler (5); Meinikheim, Oberwinden (6).

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