Schrozberg Junge Rinder zeigen sich bei Prämierung in Schrozberg von ihrer schönsten Seite

HARALD ZIGAN 21.07.2015
Zur Getreideernte herrscht Hochbetrieb auf den Höfen - aber zum Jacobifest nehmen sich Bauern die Zeit für die Jungviehprämierung: 61 Fleckvieh-Schönheiten standen gestern auf dem "Laufsteg".

Allein mit dem Transport der Tiere auf eine Wiese neben der Stadthalle ist es nicht getan: Die jungen, oft noch ungestümen Rinder wollen vorher an den Führstrick gewöhnt und für ihren großen Auftritt fein herausgeputzt werden.

Denn die äußeren Qualitäten spielen wie die "inneren" Werte einer Kuh die Hauptrolle bei einer Prämierung. Mit Kennerblick begutachteten die Preisrichter Thomas Klenk aus Dörrmenz (Vorsitzender des Rinderzuchtvereins Schwäbisch Hall) und Otto Kurz aus Ruppertshofen (früherer Zuchtberater bei der Rinderunion) die Tiere aus den Ställen von fünf Landwirten: Harmonische Proportionen sind gefragt, der "anmutige" Gang und die Euteranlagen der Tiere sind weitere Faktoren für ein perfektes Rind.

Und in einem Katalog, den Julia Nagel von der Rinderunion zusammengestellt hat, finden sich die einschlägigen Zuchtdaten - von der Milchleistung des Muttertieres bis hin zu den Vererber-Qualitäten des Vaters mitsamt dem züchterischen Stammbaum der Großeltern ein Sammelsurium an Daten, die nur ein Experte entschlüsseln kann.

Die Preisrichter benutzten aber nicht nur "Fachchinesisch", sondern vermittelten auch den Laien unter dem Publikum die Vorzüge des Fleckviehs - "und wir wollen schließlich auch zeigen, dass wir unsere Tiere so gut wie möglich halten", sagte Thomas Klenk.

Dass die Verbundenheit mit der Landwirtschaft mittlerweile doch sehr lückenhaft ist, zeigte eine Begebenheit, die Klemens Izsak kolportierte: Der Bürgermeister erhielt kürzlich Besuch von einer Schulklasse, die mit einer Viehprämierung nichts anzufangen wusste - und davon ausging, dass die besten Kühe in die Molkerei kommen und dort gemolken werden. . .

Nur erstklassige Rinder auf dem Jacobifest-"Laufsteg"

Nach den Runden im "Ring" standen die besten Rinder der diesjährigen Schrozberger Jungviehprämierung fest: In der Sparte der jungen Rinder stellte der Betrieb von Hans-Martin und Christine Kuppler aus Schrozberg-Reupoldsrot die Siegerin - eine hornlose Solero-Tochter. Reservesiegerin wurde in dieser Abteilung eine Gepard-Tochter, die Thomas Heilmann aus Schrozberg auf seinem Hof hält.

Aus dem Stall von Karl Gerlinger aus Schrozberg-Könbronn kommt die Siegerin in der Sparte der älteren Rinder- eine Vaudela-Tochter. Zur Reservesiegerin wurde hier eine Samal-Tochter aus dem Betrieb von Albert und Matthias Meinikheim aus Rot am See-Oberwinden gekürt.

Zweite Preise gab es nicht bei der Schrozberger Jungviehprämierung - die Rinder waren allesamt erstklassig. Thomas Heilmann kehrte mit 26 ersten Preisen auf seinen Hof zurück, Daniel Balmberger aus Schrozberg-Krailshausen kann 13 Plaketten als Nachweis für einen ersten Preis an seine Stalltüren heften, Hans-Martin und Christine Kuppler wurden mit zehn ersten Preisen bedacht, Karl Gerlinger erhielt für acht Rinder erste Preise, Albert und Matthias Meinikheim kehrten mit vier ersten Preisen heim.

HAZ