Jagstkatastrophe Kreise bleiben auf Teil der Einsatzkosten sitzen

Ein Großeinsatz mit enormen Kosten: Fast alle Feuerwehren aus der Region kämpften gegen die Jagstkatastrophe.
Ein Großeinsatz mit enormen Kosten: Fast alle Feuerwehren aus der Region kämpften gegen die Jagstkatastrophe. © Foto: Archiv
Schwäbisch Hall / Harald Zigan 11.08.2018
Das Land erstattet 2,1 Millionen Euro – auf den Landratsämtern in Schwäbisch Hall, Künzelsau und Heilbronn liegen aber Rechnungen über 3 Millionen Euro.

Auf rund 3 Millionen Euro taxierten die drei betroffenen Landkreise ihre Kosten für die Hilfsorganisationen, die vor drei Jahren nach dem verheerenden Mühlenbrand in Kirchberg-Lobenhausen an der Jagst im Einsatz waren. Das federführende Umweltministerium in Stuttgart teilte gestern mit, dass das Land einen Kostenersatz in Höhe von rund 2,1 Millionen Euro leistet.

Am Ufer der Jagst war im August 2015 von Kirchberg bis weit ins Unterland und den Raum Heilbronn hinein ein ganzes Heer an Helfern mit ihren Fahrzeugen und Gerätschaften im Einsatz: Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und andere Hilfsorganisationen bekämpften Tag und Nacht die Folgen des Großfeuers in der Mühle. Mit Dünger kontaminiertes Löschwasser war in den Fluss geraten und löste dort ein katastrophales Fischsterben aus.

Versicherung zahlt mit

Auch die Kosten für den Großeinsatz waren enorm: Der Landkreis Schwäbisch Hall bilanzierte rund 260.000 Euro, der Hohenlohekreis kam auf 1,1 Millionen Euro und beim Landkreis Heilbronn stapelten sich am Schluss Rechnungen über 1,6 Millionen – unter dem Strich rund 3 Millionen Euro, die die drei Landkreise vom Land erstattet haben wollten.

Nach fast genau drei Jahren wird das Geld jetzt überwiesen – allerdings nicht in der gewünschten Höhe: Das Land erstattet lediglich 2,1 Millionen Euro, davon kommen allerdings nur 1,1 Millionen Euro direkt aus den Kassen des Landes. Der große Rest des Geldes stammt aus einem „Vergleich, den das Land mit dem Mühlenbesitzer und dessen Versicherung sowie der Stadt Kirchberg abgeschlossen hat. Hiernach erhält das Land eine Summe von insgesamt 970.000 Euro“, wie es in ­einer Pressemitteilung des Umweltministeriums heißt.

Der Landkreis Schwäbisch Hall wird letztlich mit 181.000 Euro bedacht, der Hohenlohekreis erhält 765.000 Euro und der Landkreis Heilbronn 1,2 Millionen Euro – also zwischen 25 und 30 Prozent weniger als ursprünglich von dem Trio gefordert.

Der Umweltminister zeigte sich erleichtert darüber, „dass wir gemeinsam eine Lösung für die finanziellen Belastungen infolge des Mühlenbrandes gefunden haben. Das erspart allen Beteiligten langwierige Gerichtsprozesse mit ungewissem Ausgang“, wie Franz Untersteller in der Pressemitteilung seiner Behörde zitiert wird.

„Tragbare Lösung“

Landrat Gerhard Bauer kommentierte die Vereinbarung mit dem Land so: „Ich bin froh, dass es nun endlich eine Lösung gibt, die alle Beteiligten mittragen können. Es bleiben zwar Kosten bei uns im Landkreis hängen, aber bei Berücksichtigung aller Umstände handelt es sich um eine tragbare Lösung.“ Einen vor Gericht erstrittenen Schadensersatz in Höhe von 230.000 Euro haben inzwischen auch die betroffenen Fischereivereine erhalten.

Die strafrechtliche Seite des Mühlenbrandes ist dagegen noch offen. So haben die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ellwangen gegen einen seinerzeit 21 Jahre alten Mann wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung bisher noch zu keiner Anklage oder anderen strafrechtlichen Schritten geführt.

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