Jagd Jagdpächter gesucht

Immer weniger Jäger wollen Jagdpächter werden. Archivfoto
Immer weniger Jäger wollen Jagdpächter werden. Archivfoto
Gailroth / HM 17.01.2013
Die Regulierung von Wildschadensfällen ist in Bayern landesweit in die Diskussion geraten. Ein Grund dafür ist die zunehmende Population des Schwarzwilds und die damit zunehmenden Schäden.

Genaue Zahlen werden nicht erfasst, doch wird es für Jagdgenossenschaften immer schwerer, einen Jagdpächter zu finden, wie jetzt in Gailroth festzustellen ist. "Die Wildschadenszahlen haben kaum zugenommen, trotzdem ist eine Diskussion über die Regulierung von Schäden aufgekommen", so Karlheinz Brand, der Schriftführer der Jagdgenossenschaft. Die Wildschadensregulierung hat es auch früher schon gegeben. Sie ist im Jagdpachtvertrag festzuhalten.

Die Umsetzung bleibt dem Jagdpächter oder der Jagdgenossenschaft vorbehalten. Gibt es keine gütliche Einigung, muss die Kommune in die Verhandlungen einsteigen, was aber nur selten vorkommt. Muss ein amtlicher Schätzer hinzugezogen werden, wird die Regulierung mitunter teuer.

"Die Qualität unserer rund 600 Hektar großen Jagd ist sehr gut", weiß der Genossenschaftsvorsitzende Fritz Reinhardt, der von einem sehr guten Wildbestand berichtet. Auch das Wegenetz ist intakt. Die behördlich geforderten Abschusszahlen konnten in der Vergangenheit immer erfüllt werden.

In anderen Genossenschaften wird schon an eine Deckelung der Wildschäden gedacht. Wird eine bestimmte Summe überschritten, müsste die jeweilige Genossenschaft an die Stelle des Jagdpächters treten. In der Regel wird eine Jagdpacht auf die Dauer von neun Jahren vergeben.

60 Jahre lang war die Gailrother Jagd in Familienbesitz. Am 31. März endet das Pachtverhältnis. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht. Weil Jagdpachten allgemein kaum noch gefragt sind und jüngere Jäger oft weniger Verantwortung übernehmen wollen, wurde Bürgermeister Unhoch hinzugezogen. Er soll helfen, einen neuen Pächter zu gewinnen.

Künftig seien auch die zuständigen Behörden gefragt. Gleichwohl würden effektive Drückjagden oft nicht durchgeführt, weil der "Neidgedanke" unter angrenzenden Pächtern mitunter hochkommt. Notwendig wären aber grenzübergreifende Drückjagden.