Kirchberg Initiatoren sprechen über die Entstehung des Kinofilms "Power to Change"

Kirchberg / HARTMUT VOLK 05.04.2016
Edwin Kraus und Gerhard Kreutz waren die maßgeblichen Initiatoren für den neuen Kinofilm "Power to Change - die Energierebellen". Die beiden Kirchberger stellten dessen Entstehungsgeschichte vor.

Es war ein langer, oft mühsamer Weg, bis der neue Dokumentarfilm des Regisseurs Carl-A. Fechner nun seit einer Woche über die Kinoleinwände dieser Republik flimmern konnte. Gerhard Kreutz, der vor 23 Jahren die "Energieinitiative Kirchberg" gegründet hatte, war hellauf von Edwin Kraus' Idee begeistert, gemeinsam die "fünfte Revolution" auszurufen, nachdem die beiden Pioniere und Vorkämpfer in Sachen erneuerbare Energien vor fünf Jahren in der Kirchberger Klappe Fechners bewegenden Kinofilm "Die 4. Revolution - energy autonomy" gesehen hatten.

Kraus' damaliger Außendienstmitarbeiter Hartmut Müller nahm seinen Chef beim Wort und organisierte ein Treffen zwischen dem renommierten Filmemacher und dem Gaggstatter Unternehmer. Fechner bekundete tatsächlich Interesse an einem weiteren Film zur "Energiewende von unten" am Beispiel der Modellregion Hohenlohe. Die Grundvoraussetzung für dessen Zustandekommen war allerdings die Beschaffung eines Budgets von mindestens anderthalb Millionen Euro. Die Kirchberger Energierebellen ließen sich von der Höhe der Summe jedoch nicht beirren und gründeten den Filmförderverein "Energiewende Hohenlohe", um Sponsoren und Fördermitglieder, sogenannte Supporter, für den Film zu gewinnen. Erst in Hohenlohe, bald darauf auch bundesweit, nachdem sich abzeichnete, dass man mit einem reinen Regionalfilm weniger Menschen erreicht.

Die vier Film-Trailer, die am Freitagabend im Landhotel gezeigt wurden, veranschaulichten den Entwicklungsprozess vom ursprünglich geplanten Dokumentarfilm über den "Laborversuch Hohenlohe" hin zu einem bild- und musikgewaltigen und gleichzeitig faktensicher recherchierten Kinofilm, der die Menschen mit ermutigenden Beispielen aus ganz Europa für die Energiewende begeistern soll.

Edwin Kraus als einer der Darsteller plauderte auch etwas aus dem Nähkästchen im Umgang mit dem Regisseur bei den Dreharbeiten. Seine sorgsam auf Flipchart vorbereiteten Ausführungen zur Strohpelletierung ignorierte Fechner komplett und provozierte ihn stattdessen mit kritischen Fragen, die Kämpfernatur Edi Kraus in Wallung brachten, sodass Kameramann Philipp Baben der Erde (Deutscher Kamerapreis 2013 für den französischen Film "Black Enchantment") sehr authentische emotionale Szenen einfangen konnte.

Mit minutenlangen Standing Ovations sei der Film bei den Premieren in Freiburg und Berlin gefeiert worden, berichteten Kraus und Kreutz. Auch auf der Event-Tournee durch bisher sechs Städte in Baden-Württemberg sei die Resonanz überwältigend groß gewesen, und sehr erfreulich sei dabei das Engagement der Vereine und Eventpartner vor Ort, die die Kinopremiere mit interessanten Aktionen verbinden, wie etwa einer Radtour oder einem Elektroauto-Korso ins Kino, erzählte Edwin Kraus nicht ohne Stolz.

Elektroautos auf dem neuesten Stand der Technik wurden am Freitagabend auch auf dem Parkplatz des Landhotels präsentiert. Neben einigen privaten Fahrern war das Crailsheimer Autohaus Lang mit zwei Modellen vertreten. Zwar seien die Alltagstauglichkeit und die Reichweiten der strombetriebenen Fortbewegungsmittel inzwischen rasant vorangeschritten, was jedoch noch in den Kinderschuhen stecke, sei eine befriedigende Ladeinfrastruktur für das Betanken der Fahrzeuge, berichteten die versammelten Experten.
 

Weitere Vorstellungen

Eine Sondervorführung für Flüchtlinge und den Freundeskreis Asyl beginnt am Freitag, 8. April, um 14.30 Uhr, bei dem auch Hauptdarsteller Amir Roughani zugegen ist. Er kam als zwölfjähriger, unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland und ist inzwischen ein erfolgreicher Solarunternehmer und Botschafter für die Energiewende. Die Vorstellung um 20.30 Uhr mit Regisseur Carl-A. Fechner ist bereits ausverkauft. Weitere Termine sind am Donnerstag, 7. April, 18 und 20.30 Uhr, Samstag, 9. April, 20.30 Uhr, Sonntag, 10. April, 18 Uhr, sowie am Mittwoch, 13. April, 18 Uhr. An allen Abenden sind Diskussionen mit den Vorständen der Eventpartner geplant.

www.powertochange-film.de

 

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