Dass die österreichische Firma Binderholz am Standort Oberrot investieren und ein Pelletwerk errichten will, ist seit längerer Zeit im Gespräch. Jetzt lag dem Gemeinderat der Beschluss­antrag zur Einleitung des Bebauungsplanverfahrens vor. Erste Orientierungshilfe, wie sich die Gebäude höhenmäßig auswirken und in den Bestand einfügen könnten, gab ein Lageplan mit Silhouette-Ansichten des mit der Durchführung beauftragten Ingenieurbüros LK&P. In der Sitzung hatten die Räte aber lediglich da­rüber zu entscheiden, ob die Gemeinde bereit ist, für das Gewerbegebiet Strietwiesen, 3. Änderung, ein Bebauungsplanverfahren zuzulassen. Alle anfallenden Kosten hat der Bauherr zu tragen. Zu diesem Themenkomplex gibt es voraussichtlich am Dienstag, 1. Oktober, um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses einen Informationsabend.

150.000 Tonnen pro Jahr

Nach diversen Untersuchungen und Vorabstimmungen mit Vertretern der Genehmigungsbehörden konnte ein möglicher Standort für die geplante Pelletierungsanlage gefunden werden. Bedingung ist, ein Verfahren nach der Bundesimmissionsschutz-Verordnung durchzuführen und die erforderlichen Gutachten über Lärm und gegebenenfalls Schadstoffe vorzulegen. Die Anträge sind zeitnah beim Landratsamt Schwäbisch Hall einzureichen. Aus Sicht des Landratsamts sei das Vorhaben grundsätzlich genehmigungsfähig, hieß es vonseiten der Gemeindeverwaltung. Vorgesehen ist die Herstellung von etwa 150 000 Tonnen Qualitätspellets pro Jahr. Dabei sollen nur die im Betrieb anfallenden Hackschnitzel und Späne verarbeitet werden. Geplant ist, zur Informationsveranstaltung auch Angehörige der Firma sowie Fachplaner und Vertreter des Haller Landratsamts einzuladen.

In der Gemeinderatssitzung begegneten mehrere Ratsmitglieder diesem Projekt mit Skepsis. Man sei zwar nicht grundsätzlich dagegen, so der Tenor, allerdings zeigten sich auf dem vorgelegten Lageplan die Höhen der Gebäudeteile nicht im akzeptablen Bereich. Die Räte wollen auf jeden Fall noch mehr Informationsmaterial und eine „hieb- und stichfeste Präsentation“. Manche von ihnen hatten eine solche Anlage der Firma im Zillertal oder in Kösching bei Ingolstadt bereits besichtigt. Bürgermeister Daniel Bullinger wertet das Vorhaben in Bezug auf Standortsicherung und Arbeitsplätze positiv. Der Rat stimmte bei einer Enthaltung zu.

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Ständig wachsender Bedarf


Die österreichische Binderholz Gruppe mit Sitz in Fügen im Zillertal hat im Jahr 2017 das deutsche Säge- und Holzverarbeitungsunternehmen Klenk Holz AG mit Hauptsitz in Oberrot übernommen. Für beide Firmen ist dieser Schritt ein Meilenstein, zumal sich Standorte und Produkte ergänzen. Die Marke und der Name Klenk Holz werden weitergeführt. Durch den Zukauf kann der ständig wachsende Schnittholzbedarf für die Weiterverarbeitungsstandorte der Binderholz Gruppe sichergestellt werden. Sie zählt seit der Übernahme zu den größten Schnittholzproduzenten Europas. hof