Wahl In Frankenhardt hat die Vorstellung der Bürgermeister-Kandidaten begonnen

Honhardt / WOLFGANG RUPP 22.03.2013
Auch wenn es wie ein Nachruf klingt: Der Abschied von Willi Karle als Bürgermeister von Frankenhardt ist ein großer Verlust für die Gemeinde. Jetzt stehen die möglichen Nachfolger in den Startlöchern.

Auch wenn er 65 Lebens- und 39 Amtsjahre auf dem Buckel hat: Willi Karle ist und bleibt bis zu seinem Abschied am 30. Juni der aktive, kreative und dynamische Macher, nennt die Dinge beim Namen und sorgt selbst bei einer ernsten Kandidatenvorstellung immer wieder für Erheiterung. So wie bei der ersten Runde am Mittwochabend in der Sandberghalle in Honhardt. Der Amtsinhaber und Versammlungsleiter zog den Abend formell korrekt und neutral durch, aber auch wohltuend locker und humorvoll, was den Besuchern ausgesprochen gefiel, wie der wiederholte Beifall deutlich machte.

Nicht ganz so locker war dieser Abend für die Bewerber Horst Grund, Stephan Zerrer, Matthias Herzog, Martin Blessing und Jörg Schmidt (nicht erschienen waren Sandra Müller und Tobias Schoch), schließlich ging es darum, die mehr als 400 Besucher (mehr als hundert mussten sich mit einem Stehplatz begnügen) davon zu überzeugen, dass sie der richtige Mann für das Amt des Bürgermeisters sind.

Alle Kandidaten postieren sich am Eingang der Halle, um den Besuchern die Hand zu schütteln. Ihre Gesichter sind durch Veröffentlichungen, Flyer und Internetauftritte bereits bekannt. Die spannende Frage aber war und ist: Wer steckt hinter diesen Gesichtern, die in letzter Zeit immer öfter in der Gemeinde Frankenhardt aufgetaucht sind und noch öfter auftauchen werden.

Zehn Minuten für jeden Bewerber

Zunächst sieben leere Stühle auf der Bühne, nur der achte ist besetzt. Auf ihm sitzt Versammlungsleiter Willi Karle - im direkten Blickkontakt mit Hauptamtsleiterin Simone Gahm. Sie hat unten im Saal Platz genommen und eine Uhr in der Hand. Für jeden Kandidaten gilt die gleiche Redezeit: zehn Minuten.

Sie sind auf diesen Auftritt alle gut vorbereitet. Wie oft haben sie ihr Manuskript wohl durchgelesen, gestrichen und ergänzt? Wie oft haben sie es laut vorgesprochen, Stellen für Betonung oder Pausen markiert? Von wem haben sie sich wie beraten lassen, und mit welchem Gefühl sind sie in diesen Abend gegangen? Solche Fragen mögen zwar gestellt worden sein, beantwortet werden sie aber nicht. So unterschiedlich wie das Alter, der berufliche Werdegang und der private Lebenslauf, so unterschiedlich sind der Auftritt und das Bild, das sie am Rednerpult abgeben: Er ist sichtlich nervös und lässt seine Hände mitreden, er strahlt Ruhe aus und sucht Blickkontakt zu den Zuhörern, er sorgt gleich mit seinem Eingangsstatement für Lacher, er bricht nach dem Piepsen der Uhr abrupt ab, er redet vornehmlich frei und bewusst langsam. Anschließend sitzen sie alle auf der Bühne, beantworten Fragen der Besucher.

Noch ist nichts, gar nichts entschieden. Doch nach dieser ersten Runde gibt es einen Sieger, Zweit- und Drittplatzierten und man darf gespannt sein, wie sich der Wettkampf weiterentwickeln wird. Gestern Vorstellung in Gründelhardt und heute um 19.30 Uhr in der Burgberghalle und: am Mittwoch, 27. März, um 20 Uhr das HT-Forum in der Sandberghalle in Honhardt. Die Kandidaten werden sich auch außerhalb des Ringes um Wählerstimmen bemühen, und zusammengezählt wird erst am 7. April. Und bis dahin bleibt es hoch spannend.