Ernte In einer Woche gibt es endlich Erdbeeren

Gestern auf dem Wochenmarkt in Rosengarten-Westheim: Rose Mezger trägt Steigen mit Erdbeeren zum Stand. In der nächsten Woche werden die ersten deutschen Kirschen auf den Markt kommen, kündigt sie an. Foto:
Gestern auf dem Wochenmarkt in Rosengarten-Westheim: Rose Mezger trägt Steigen mit Erdbeeren zum Stand. In der nächsten Woche werden die ersten deutschen Kirschen auf den Markt kommen, kündigt sie an. Foto: © Foto: Marc Weigert
Landkreis / SIGRID BAUER 14.06.2013
Durch das kalte und nasse Frühjahr haben sich alle Pflanzen verzögert entwickelt. Auch die Erdbeerproduzenten bekommen das zu spüren. Doch in spätestens einer Woche beginnt die Haupternte.

Obwohl Hans-Martin Sterr die Äcker mit Folie abdeckt, damit sich der Boden schneller erwärmt, reifen auch frühe Erdbeersorten zwei Wochen später als sonst. Diese Woche rechnet er mit ersten Früchten. Er ist optimistisch: "Der Ertrag wird passen. Aber über die Qualität lässt sich noch nichts sagen." Manche Blüten seien nicht befruchtet worden, weil wegen des Regens wenig Bienen unterwegs waren. "Aber der Fruchtansatz sieht gut aus und der Blütenstecher ist auch nicht geflogen", stellt der Agrar-Ingenieur fest. Wenn es recht warm ist, befällt der Rüsselkäfer gern Erdbeerblüten. Welcher Preis sich erzielen lasse, sei schwierig vorauszusehen. "Wenn in Deutschland die frühe und die späte Ernte zusammenfallen, könnte es zu einem Preissturz kommen."

Die Haupternte wird um den 20. Juni erwartet

Im Mai waren die deutschen Beeren noch recht teuer, aber jetzt rechnet er mit "normalen" Preisen. Sterr setzt nur ein-und zweijährige Pflanzen. "Die sind weniger anfällig für Fäulnis. In der Regel trocknet es durch den Wind hier zwischen Kocher und Jagst gut ab."

Selbstverständlich reifen auch die Erdbeeren bei Familie Fischer in Wolpertsdorf später als in den vergangenen Jahren. Aber die Ernte werde voraussichtlich gut ausfallen, auch wenn im Mai beim Nachtfrost ein paar Früchte erfroren sind. "Maximal zehn Prozent", schätzt Waltraud Fischer. Reif sind die ersten Erdbeeren "nicht vor dem 16. Juni". Es komme auf die Temperatur an. "Das verbitte ich mir, dass es jetzt nochmal kalt wird", sagt sie und lacht. Gut wären jetzt schöne, laue Nächte. Über den Preis der Beeren, die sie direkt ab Feld verkaufen, habe sie sich noch keine Gedanken gemacht. Voraussichtlich "ganz normal".

Seine Erdbeeren seien noch im "Prognosestadium", erklärt Hartmut Engelhardt vom gleichnamigen Biohof in Untermünkheim. Das liege an der relativ hohen Lage seiner Felder auf 400 Meter, aber auch an der Witterung. Seine frühen Sorten, die er mit Vlies abgedeckt hat, kommen deshalb etwas später als gewohnt. Beim Ertrag erwartet er keine Einbußen. Die Pflanzen hätten den Regen gut überstanden. "Die Felder liegen auf einer leichten Kuppe. Dort läuft das Wasser gut ab", erklärt der Biobauer. Auch seine Ernte beginnt um den 15. Juni und dauert rund vier Wochen. Die Haupternte sei um den 20. Juni. "Dann geht es oft ratz-fatz." Die späten Sorten reifen nämlich nicht so viel später. Engelhardt rechnet mit einer durchschnittlichen Ernte, das sind etwa dreieinhalb Tonnen. Bei Engelhardts wird alles ab Hof und über die Ökokiste verkauft. "Die Beeren kommen noch am Erntetag zum Kunden. Deshalb können wir vor allem auf den Geschmack Wert legen. Die Haltbarkeit ist für uns nicht so wichtig."

Saison bis Anfang August

Der Landwirt ist erstaunt, wie gut seine Gemüsepflanzen die Kälte und den Regen ausgehalten haben. Der Salat sei nur etwa eine Woche hinterher. Die Kürbispflanzen, bei denen viele Landwirte heuer Ausfälle haben, wachsen bei ihm gut. "Die Saat braucht relativ hohe Temperaturen zum Keimen. Deshalb haben wir sie gegen die Kälte mit Vlies abgedeckt. Der höhere Aufwand hat sich gelohnt."

Nach dem Vegetationsstau durch die Kälte gehe es jetzt vorwärts, stellt Martin Blumenstock aus Wallhausen fest. Seine Erdbeerernte beginnt 10 bis 14 Tage später als sonst. Da er späte Sorten habe, sei bei ihm erst in den ersten beiden Juli-Wochen Haupternte. Bisher sehe es gut aus mit der Qualität. Den Strauchbeeren, also den Himbeeren, Johannis- und Heidelbeeren, habe der Regen gut getan. Schwierig sei es, die Arbeitskräfte zu planen. "Die sind ja auf Termin bestellt, aber wenn noch nichts reif ist, brauche ich sie noch nicht." Bis Anfang August wird es bei Martin Blumenstock wohl Erdbeeren geben.