Bühlerzell In den Steckdosen steht das Wasser Bürgermeister kündigt weitere Reparaturen an

Zwölf Wochen musste das Leitungswasser abgekocht werden - das ist nun Geschichte. Archivfoto
Zwölf Wochen musste das Leitungswasser abgekocht werden - das ist nun Geschichte. Archivfoto
Bühlerzell / ELISABETH SCHWEIKERT 09.02.2013
Im Bühlerzeller Ortsteil Grafenhof ist seit Langem das Wassernetz marode. Die Gemeinde Bühlerzell hat anstelle des Eigentümers Reparaturen in Auftrag gegeben. Ein Gesprächstermin ist erneut geplatzt.

Nach zwölf Wochen ist das Wasserabkochgebot im Grafenhof vom Gesundheitsamt zum 1. Februar aufgehoben worden. Die Einwohner dort - Feriengäste, Dauerbewohner und auch der dortige Restaurantbesitzer - können nun ihren Salat wieder mit Leitungswasser putzen und das Wasser aus dem Wasserhahn direkt trinken.

Bereits im Januar hatte der Bühlerzeller Bürgermeister Franz Rechtenbacher veranlasst, dass Rohrbrüche in dem privaten Wassernetz behoben werden. Der Eigentümer der ehemaligen Feriensiedlung, dem auch das Wassernetz gehört, hatte trotz mehrfacher Aufforderung die Wasserlecks nicht ordnungsgemäß reparieren lassen. Ende Januar wollten sich Bürgermeister Rechtenbacher und Investor Alfred Ostermeier treffen, doch der Termin wurde von dessen Rechtsanwalt kurzerhand abgesagt.

Für Ende Februar sei erneut ein Termin vereinbart. Auch wenn jetzt das Wasserabkochgebot aufgehoben worden ist, herrscht noch keine Ruhe im Grafenhof. Wie Bürgermeister Rechtenbacher sagt, sind weitere kostspielige Reparaturen nötig: "Die Elektrik im Hochbehälter ist marode. Für dort Arbeitende besteht Lebensgefahr." In den Steckdosen stehe Wasser. Auch die Pumpen müssten ausgetauscht werden. Auf weitere 10000 Euro werden sich die Kosten dafür belaufen. Bis Ende Januar hatte Rechtenbacher eine Frist gesetzt. Sollten die Arbeiten bis dahin nicht erledigt sein, werde die Gemeinde als Ortspolizei-Behörde tätig werden. Rechtenbacher: "Allerdings hat Investor Alfred Ostermeier Widerspruch gegen meine angekündigten Ersatzvornahmen eingelegt und versucht, das Ganze zu verhandeln und zu verzögern."

Die Hauseigentümer haben sich in diesen Tagen von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Dabei ging es insbesondere um strittige Abrechnungen für Wasser und Abwasser. Etliche Anwohner haben den angeblich rechtlich nicht korrekten Mahnbescheiden widersprochen und hoffen nun auf eine Entscheidung beim Amtsgericht, die als Präzedenzfall-Entscheidung gelten soll.