Mit einem Flyer hat die Gemeinde Bühlerzell in der vergangenen Woche die Bürger Holensteins darüber informiert, dass das Wasser aus dem Hochbehälter bis auf weiteres nur abgekocht verwendet werden darf. Als Grund sind "mikrobiologische Grenzwertüberschreitungen" angegeben worden. Das Wasser ist wohl mit Kolibakterien verseucht.

"Wir wissen nicht, wo das herkommt", sagt Bühlerzells Bürgermeister Franz Rechtenbacher auf Nachfrage. Betroffen sei aber nur der Hochbehälter Holenstein. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt des Landkreises und der NOW, dem Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg, werde nach der Ursache geforscht. Ausschließen könne man, dass die Keime durch Verunreinigungen durch Gülle entstanden seien. "Das Wasser in den Pumpstationen ist in Ordnung", so Rechtenbacher.

Der Hochbehälter sei am Montag gereinigt und neu mit Wasser befüllt worden, heißt es aus der Pressestelle des Landratsamts. Im Anschluss werde das Wasser gechlort, um die letzten Keime abzutöten. "Am Donnerstag wird eine neue Probe genommen, um zu schauen, ob das Wasser wieder in Ordnung ist", erklärt eine Sprecherin. Das bedeutet, dass noch nicht absehbar ist, wann die Holensteiner ihr Wasser wieder normal verwenden können. "Da gehe ich lieber kein Risiko ein", ergänzt Bürgermeister Rechtenbacher. Man wolle eben erst einmal der Ursache der Verunreinigung auf den Grund gehen, bevor man das Wasser wieder frei gibt.

"Erst im vergangenen Herbst ist das doch schon mal passiert", sagt Anita Wild-Scholz, die in dem Bühlerzeller Teilort mit seinen knapp 110 Einwohnern lebt. Belastend sei, dass man auch beim Zähneputzen und beim Duschen immer an die Verunreinigungen denken müsse. Zur Zahnpflege benutzt Wild-Scholz zurzeit Mineralwasser. "Das sind keine tollen Aussichten, wenn es jetzt noch länger so bleibt", sagt sie. In ihrer Nachbarschaft denke man genauso. Vor allem ärgert sie, dass man in Bühlerzell recht hohe Wassergebühren zahle, und jetzt gebe es erneut Schwierigkeiten mit dem Hochbehälter. "Und man weiß ja nicht genau, wie lange die Keime da schon drin sind", sagt sie.