Kirchberg Im Kirchberger Adelsheidstift kommen 65 Flüchtlinge vorübergehend unter

Kirchberg / ERWIN ZOLL 08.08.2015
Die Unterbringung der Flüchtlinge im Kirchberger Adelheidstift ist ohne Schwierigkeiten angelaufen. Das berichtet Pfarrer Alfred Holbein, der den Freundeskreis Asyl in der Residenzstadt leitet.

65 Menschen, unter ihnen etwa 20 Kinder und Jugendliche, haben inzwischen im Adelheidstift vorübergehend eine neue Heimat gefunden; eines der Kinder wurde erst vor wenigen Tagen hier geboren. Die Flüchtlinge kommen aus Albanien, wie ein 35-jähriger Familienvater mit seiner 28-jährigen Frau und seinen drei Töchtern im Alter von acht Monaten, drei Jahren und sieben Jahren, die vor fünf Wochen mit dem Bus nach Deutschland gekommen sind. Sie kommen aus Pakistan, wie zwei junge Männer im Alter von 25 und 28 Jahren, die sich gemeinsam zu Fuß auf den Weg gemacht haben und drei Monate lang unterwegs waren. Sie kommen aus Syrien, Eritrea oder Mazedonien, wie die anderen Flüchtlinge, die sich nun in Kirchberg langsam an eine neue Umgebung gewöhnen.

"Die Unterbringung hat bei der Ankunft sehr gut geklappt", sagt Alfred Holbein. Mehrere Mitarbeiter des Landratsamts waren vor Ort. Sie brachten einige in Crailsheim untergebrachte Asylbewerber mit, die als Dolmetscher fungierten. Die Familien wurden in den größeren Zimmern im ersten und zweiten Stockwerk des Neubaus untergebracht, während die alleinstehenden Männer aus Pakistan nun im dritten Stock wohnen. Der Altbau dagegen wird derzeit noch renoviert.

Schon jetzt entwickeln sich Kontakte zwischen den Flüchtlingen und den Kirchbergern. Immer wieder kommen Einheimische im Adelheidstift vorbei; manche bringen Spielsachen für die Kinder mit. Die Flüchtlinge wiederum halten sich in der Stadt und im Hofgarten auf und haben kürzlich auch das Boule-Turnier besucht, wie Alfred Holbein im HT-Gespräch erzählt.

Holbein ist als Kopf des Freundeskreises besonders gefordert. Eine Stunde täglich verbringt er derzeit im Adelheidstift, zwei weitere am Telefon. Im Freundeskreis wirken rund 30 Helfer mit. Sie bereiten unter anderem ein Willkommensfest vor. Zwölf Personen gehören einer Koordinationsgruppe an, die die Angebote für die Flüchtlinge bündelt.

"Sein Engagement erleichtert vieles"

Zwei Sozialpädagogen des Landratsamts sind als Ansprechpartner für die Flüchtlinge täglich vor Ort. Und dann ist da noch Hausmeister Uwe Kruse, dessen Einsatz Alfred Holbein als besonders intensiv hervorhebt. "Sein Engagement erleichtert vieles", betont Holbein.

Noch gibt es im Tagesablauf der Bewohner kaum klare Strukturen. Der einzige feste Termin ist freitags eine Fahrt zum Lidl-Markt in Rot am See. Ab dem 14. September werden die Kinder und Jugendlichen den Kindergarten und die Schule besuchen.

Unklar ist noch, wann der Deutschunterricht beginnen kann, den ehrenamtliche Kräfte erteilen, weil viele von ihnen derzeit verreist sind. Außerdem wird es Deutschunterricht geben, mit dem das Landratsamt das Kolpingwerk beauftragt hat. Ganz offensichtlich sind die neuen Bewohner des Adelheidstifts sehr motiviert, Deutsch zu lernen. Alfred Holbein jedenfalls berichtet von Flüchtlingen, die es kaum erwarten können, bis der Unterricht beginnt.

Im Adelheidstift wird derzeit ein Arztzimmer eingerichtet, in dem zwei in Kirchberg tätige Ärzte voraussichtlich einmal in der Woche Sprechstunden für die Flüchtlinge halten werden.

Fahrräder sehr begehrt

Wer die Flüchtlinge unterstützen will, kann dies am besten tun, indem er ihnen ein gebrauchtes Fahrrad überlässt. Wer ein Rad entbehren kann, sollte sich bei Pfarrer Holbein melden (Telefon 0 79 54 / 3 23). Zurückhaltung ist dagegen bei Kleiderspenden geboten. Sie sollten nur nach Absprache abgegeben werden. Die Koordination der Kleiderspenden hat die freikirchliche "Gemeinde Gottes" in Kirchberg übernommen, die unter Telefon 0 79 54 / 92 60 34 erreichbar ist. erz

SWP

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