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Gemeinderatswahl
Bühlertann / Elisabeth Schweikert Fünf langjährige Gemeinderäte hören in der Bühlergemeinde auf. Zwei Listen treten an – Anstoß dafür ist umstrittenes Gesundheitshaus an der Bühler. Zahlreiche Erstbewerber möchten die Politik der Kommune mitgestalten.

Es sind zwei der zentralen Projekte, die Bühlertanns Bürgermeister Michael Dambacher auf den Weg gebracht hat. Aber sie sind in der Gemeinde umstritten: das Ärztezentrum samt dem Zentralen ­Omnibusbahnhof an der Bühler und der dafür vorgesehene Abriss des VR-Bank-Gebäudes an der Hauptstraße. „Das rumort in Bühlertann“, stellt Roland Weller fest, der für die Liste „Engagierte Bürger“ die Trommel gerührt hat. Innerhalb von zwei Wochen hatte er seine Liste mit insgesamt zwölf Bewerbern gefüllt. Das Gesundheitshaus ist der Hauptgrund, dass er so rasch seine Liste zusammenbekam – in anderen Kommunen suchen die Räte händeringend nach Bürgern, die bereit sind, sich für Jahre zu binden und politisch zu engagieren. Hinzu komme, dass sich angesichts eines mutmaßlichen Wechsels von Bürgermeister Michael Dambacher nach Ellwangen als Oberbürgermeister (die Wahl findet auch am 26. Mai statt), vermutlich sowieso einiges in Bühlertann ändern werde. Wichtig ist den „Engagierten Bürgern“ zudem, dass die Teilorte gestärkt werden, dass das Gewerbegebiet Haag an der Bühlertalstraße auf Höhe des Bauernhofs Wanner-Eis rasch verwirklicht wird und dass der Gemeinderat sich stärker in die Diskussionen über Projekte einbringt.

Nur vier Frauen treten an

Von den zwölf Bewerbern der Liste „Engagierte Bürger“ hat Thomas Hirn Ratserfahrung – er war die vergangenen zehn Jahre in der Liste „Aktive Bürger“. Darüber hinaus war Roland Weller vor 30 Jahren (1989 bis 1994) eine Legislaturperiode lang im Rat. Eberhard Hummel aus Halden hatte sich 1989 ebenfalls um einen Ratssitz beworben. Dieses Mal ist er im Prinzip sicher drin, denn die Liste „Aktive Bürger“ hat für diesen Teilort keinen Bewerber. Der Hintergrund: In Bühlertann gibt es noch die unechte Teilortswahl, bei der die Wahlbezirke eine feste Anzahl an Sitzen haben (siehe Info).

Die sieben Wahlkreise im Landkreis sind neu zugeschnitten worden. In den Städten und Gemeinden kommt es zu neuen Konstellationen.

Zwei Frauen sind auf der Liste: Sandra Egetemeyr (41; Kirchengemeinderätin und Bäckereifachverkäuferin) sowie Silvia Müller (52, Mitarbeiterin in einem Reisebüro und Mitglied im Hundeverein). Jüngster Bewerber auf der Liste ist Hannes Rieder (21, Mechatroniker), ältester Kandidat ist Werner Hilsenbeck aus Fronrot.

„Umstrittenes Projekt“

Die „Aktiven Bürger“ unter Listenführer Rainer Matysik (Jahrgang 1955, Allgemeinmediziner in Bühlertann) haben zwölf Bewerber auf der Liste. „Das Projekt ­Gesundheitshaus ist in Bühlertann umstritten“, stellt auch Dr. Matysik fest. „Detailplanungen und Verkaufsverhandlungen sind bislang noch nicht abgeschlossen. Die weitere Projektierung wird eines der großen Themen im Gemeinderat in den kommenden zwei, drei Jahren werden.“ Weitere Punkte sind aus seiner Sicht unter anderem die Sicherstellung der Ärzteversorgung, die Zukunft des denkmalgeschützten Hauses am Georgsplatz, die Schaffung eines neuen Gewerbegebiets sowie die Erschließung des Wohngebiets Lichse. Dieses 15 Hektar große Baugebiet soll für 160 Familien Platz bieten und in den kom­menden Jahren erschlossen werden.

Auf der Liste „Aktive Bürger“ treten sechs amtierende Gemeinderäte sowie sechs neue Bewerber an. Dienstältester Rat ist Eugen Hald (Jahrgang 1960, Bademeister und Zimmerer) aus Hettensberg, er bringt sich seit 15 Jahren für die Teilorte Fronrot/Hettensberg ein. 2008 holte er 820 Stimmen. Zehn Jahre im Rat sind Dr. Rainer Matysik (2004 holte er 887 Stimmen; er war mit Unterbrechung im Rat) und Bankfachwirt Rolf Schwarz (Jahrgang 1962; 2004: 764 Stimmen). Seit fünf Jahren sind dabei: die pharmazeutisch-technische Assistentin Petra Achatz (1970, Kottspiel, 736 Stimmen); Birgit Radecke (1969, Lehrerin, 701 Stimmen); Thomas Brenner (1963, Geschäftsführer, 628 Stimmen). Jüngster Bewerber ist Christopher Kaufmann (1987, Elektroingenieur), ältester Bewerber ist Wolfgang Rupp (1951, Redakteur).

Sechs Gemeinderäte hören auf

Von der Liste „Aktive Bürger“ hören auf: Konrad Stöcker (63, Halden, seit 15 Jahren im Rat); Hans Pfisterer (55, Bühlertann, seit 15 Jahren im Rat); Günter Walzhauer (62 Jahre, seit 20 Jahren im Rat); Thomas Hirn (51 aus Bühlertann; war mit Unterbrechung zehn Jahre im Rat, 2019 kandidiert er auf der Liste „Engagierte Bürger“); Hansjörg Schneider (57; Bühlertann; 15 Jahre im Rat), Franz Gentner (67; Bühlertann, seit 10 Jahren im Rat) sowie Jürgen Stengel (52, Bühlertann, seit 10 Jahren im Rat).

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Podiumsdiskussion zur Wahl am Dienstag, 16. April, im Stern

Die Planungen für das Ärztehaus in Bühlertann und die Kaufverhandlungen sind bislang noch nicht abgeschlossen. Wie Bürgermeister Michael Dambacher auf Nachfrage berichtet, hängt die Sicherstellung der Ärzteversorgung im Ort seiner Ansicht nach auch am Gesundheitshaus. Im Gespräch ist, dass dann die Gemeinde zwei, drei oder mehr Ärzte anstellt. Der Bau des Ärztehauses soll über einen Investor erfolgen, sodass auf die Gemeinde keine weiteren Kosten zukommen, abgesehen von den circa 800 000 Euro für den Kauf des VR-Gebäudes sowie 100 000 Euro für den Abriss. Wie Dambacher betont, hat das Wirtschaftsministerium des Landes bei der Besichtigung vergangenen Winter „bestmögliche“ Förderung zugesichert. Beim Bau der Bushaltestelle bestehe Spielraum: Diese könne schlicht nur mit Buchten gebaut werden oder aufwendig. Darüber müsse dann der neue Gemeinderat entscheiden.

Durch die unechte Teilortswahl sind in Bühlertann Sitze für einzelne Wohnbezirke festgeschrieben. Bühlertann, Vetterhöfe, Niedermühle und Himmelreich haben Anspruch auf zehn Sitze im Gemeinderat. Fronrot und Hettensberg haben Anspruch auf einen Sitz. Im Wohnbezirk III mit den Teilorten Halden, Heuhof, Blashof, Kreidelhaus, Avenmühle, Tannenburg, Tannenberghalden haben die Bürger Anspruch auf einen Sitz. Der Wohnbezirk IV umfasst Kottspiel und Weidenmühle (ebenfalls ein Sitz).

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