Crailsheim Im Büro gibt es viel zu tun

Eine der Aufgaben von Vanessa Pazurek bei der VHS: jeden Morgen die Plakate über die aktuellen Kurse aufhängen.
Eine der Aufgaben von Vanessa Pazurek bei der VHS: jeden Morgen die Plakate über die aktuellen Kurse aufhängen. © Foto: Ute Schäfer
Crailsheim / Ute Schäfer 14.06.2018
Bei der Volkshochschule sitzt Vanessa Pazurek und weiß: „Dieser Einsatz bei der Stadtverwaltung ist genau das Richtige für mich.“

Wenn ich etwas erreichen will, gehe ich schon geradeaus“, sagt Vanessa Pazurek (20). Und so hat sie sich entschlossen, ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu machen. Aber nicht im Kindergarten wie so viele. Nein, sie hatte von einem FSJ bei der Stadtverwaltung gehört – eine Freundin hatte es zuvor schon gemacht. „Das hat mich gereizt. Ich dachte, das könnte etwas für mich sein.“

Vanessa Pazurek bewarb sich, wurde genommen und siehe da: Sie hat ihren Platz gefunden. Seit September arbeitet sie abwechselnd bei der Volkshochschule und im Kulturamt der Stadt. Und jetzt besucht sie in der Stadt am liebsten die Veranstaltungen, die sie selbst mitorganisiert hat. Auch bei der Volkshochschule hat sie schon einen Kurs gebucht: „Rückengymnastik“, sagt sie. „Kann man nie früh genug damit anfangen.“

Neue Gebiete sind möglich

Ein Freiwilliges Soziales Jahr kann nicht nur in einer karitativen Einrichtung abgeleistet werden. Zugelassene Träger sind neben den Religionsgemeinschaften und den Wohlfahrtsverbänden auch der Bund, das Land oder Kommunen wie Crailsheim. Nach der Novellierung des FSJ-Gesetzes sind nun neben einer karitativen Beschäftigung auch Einsätze in der Politik, der Kultur, im Sport, in der Denkmalpflege (FJD) und im ökologischen Bereich (FÖJ) möglich.

Bei Vanessa Pazurek ist es nun das FSJ bei der Stadt geworden. Wer allerdings glaubt, dass das ein langweiliger Bürojob sei, der schon früh zur Rückengymnastik zwingt, der irrt. „Ich mag besonders, dass die Arbeit so vielseitig ist.“ Was genau sie am liebsten mag, kann sie gar nicht sagen. Im Kulturamt ist es zum Beispiel die Organisation von Veranstaltungen. „Ich darf gerade die Festzugsfolge des Volksfestumzugs mitgestalten.“ Es gibt viele Kontakte, zur Zeit etwa zu den Künstlern des Kulturwochenendes. „Es ist die Abwechslung, die es so spannend macht“, sagt sie.

Vanessa Pazurek kommt aus Crailsheim, war eine der Schülerinnen, die zum Austausch ein Jahr lang in Worthington leben durften, machte hinterher am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium in der Eugen-Grimminger-Schule ihr Abitur. Das FSJ hat sie nun auch in der Wahl ihres Studiengangs bestärkt. „Public Management“ ist es geworden, das Bewerbungsverfahren ist erfolgreich durchlaufen. Das duale Studium bereitet sie auf die gehobene Verwaltungslaufbahn vor. Sie wird dabei in der Verwaltungshochschule in Kehl oder Ludwigsburg studieren und immer wieder lange Praktika bei Kommunen ableisten.

„Mein erstes Praktikum ist hier bei der Stadt Crailsheim. Vom FSJ geht es also nahtlos weiter.“ Am 31. August ist das FSJ zu Ende, am 1. September beginnt das Praktikum fürs Studium. Zum Glück, denn dann fällt der Abschied nicht so schwer. Denn dass sich Vanessa Pazurek an ihrem Schreibtisch in der Volkshochschule wohlfühlt, sieht man. Sie muss hier das Telefon bedienen, das Kursprogramm im Computer pflegen, Anwesenheitslisten anfordern, Prüfungsergebnisse einpflegen und immer morgens die Plakate aushängen, „damit die Leute sehen, was hier los ist“.

Interessant wird es für sie auch, wenn sie Asylbewerbern dabei hilft, beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) Anträge zu stellen. Denn das Amt übernimmt für manche einen Teil der Kosten der Integrationskurse, die in der VHS laufen. „So ein FSJ nach der Schule kann ich nur jedem empfehlen.“

Info

Das FSJ, das Freiwillige Soziale Jahr, kann bei ganz unterschiedlichen Trägern abgeleistet werden. Zugelassen sind nicht nur Wohlfahrtsverbände oder Religionsgemeinschaften, sondern auch Bund, Länder und Gemeinden.

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