Kirchberg Im Adelheidstift sollen ab Juni Flüchtlinge untergebracht werden können

Mitglieder des Kreistages besichtigten am Dienstag das Adelheidstift in Kirchberg, in dem ab Juni Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Der Landkreis hat die Gebäude gekauft und saniert sie derzeit.
Mitglieder des Kreistages besichtigten am Dienstag das Adelheidstift in Kirchberg, in dem ab Juni Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Der Landkreis hat die Gebäude gekauft und saniert sie derzeit. © Foto: Andreas Harthan
ANDREAS HARTHAN 21.05.2015
Für den Landkreis wird es von Monat zu Monat schwieriger, Asylbewerber unterzubringen. Umso mehr freut sich Landrat Gerhard Bauer auf den Abschluss der Sanierungsarbeiten im Adelheidstift.

Vor der Kreistagssitzung am Dienstag besichtigten die Kreisräte das Adelheidstift und sahen, dass eine Vielzahl von Handwerkern auf der Baustelle tätig ist. Landrat Gerhard Bauer geht davon aus, dass Mitte, spätestens Ende Juni das ehemalige DRK-Kurheim, das der Landkreis im vergangenen Jahr gekauft hat, bezugsfertig ist und dann dort bis zu 94 Asylbewerber untergebracht werden können. Der Kreis investiert in Kauf und Sanierung 1,5 Millionen Euro.

Es bleibt aber nur bei der Zahl 94, wenn sieben Quadratmeter pro Bewohner zugrunde gelegt werden. Doch bis Jahresende sind auch nur 4,5 Quadratmeter zulässig und dann könnten rund 150 Flüchtlinge einquartiert werden. Landrat Bauer versicherte vorgestern erneut, dass er alles versuchen werde, es bei 94 Personen zu belassen. Wenn es aber keine anderen Möglichkeiten mehr gebe, müsse im Adelheidstift aufgestockt werden. Das geschehe aber erst nach Gesprächen mit der Stadt Kirchberg. Wenn die dagegen ist, hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistages das letzte Wort und nicht die Kreisverwaltung. Derzeit muss der Kreis pro Monat 88 neue Flüchtlinge unterbringen.

In der Kreistagssitzung am Dienstag hob Kirchbergs Bürgermeister Stefan Ohr noch einmal hervor, dass die Zahl 94 nicht überschritten werden sollte. Wenn man die 30 Asylbewerber in Gaggstatt hinzurechne, seien 124 Flüchtlinge in der Stadt untergebracht. Ohr wörtlich: "Eine größere Zahl wirklich gut zu betreuen, schaffen wir nicht!"

Der Kirchberger Freundeskreis Asyl kümmert sich derzeit intensiv um die Flüchtlinge in Gaggstatt, die dort in zwei Häusern auf dem Gelände eines ehemaligen Autohauses einquartiert sind. Die Mitglieder des Arbeitskreises helfen bei der Bewältigung des Alltags und beim Dolmetschen. Zudem wurden Fahrräder für die Flüchtlinge besorgt und ein Einkaufsdienst organisiert.