Es lächelt das Becken, es ladet zum Bade – und der Ilshofener Bürgermeister hält Wort: Beim Anbaden im neuen Freibadbecken in Unteraspach stürzen sich Martin Blessing und ein paar andere Wagemutige in die kalten Fluten.
Schon lange vorher hatte Blessing versprochen: „Sobald Wasser im Becken ist, springe ich hinein.“ Diesen ersten Sprung hatte er eigentlich für den Saisonstart im Frühjahr anvisiert. Als das Bad nicht fertig wurde, verschob er den Sprung. Doch Corona und eine ganze Reihe anderer Unwägbarkeiten erzwangen eine Terminverschiebung.
Doch am Samstag ist es endlich soweit. Das Bad ist zwar noch lange nicht fertig. Allerdings ist das Becken mit Wasser gefüllt, die Technik funktioniert – und die Sonne lacht. Die paar Besucher, die vom Anbaden Wind bekommen hatten, darunter eine Reihe Gemeinderäte, freuen sich an der Sonne und der warmen Luft. „Das Wasser hat allerdings nur 8 Grad“, warnt Schwimmmeister Walter Huber, doch das konnte ein paar Unerschrockenen nicht abhalten. „Ich hab mir 50 Meter vorgenommen“, sagt Bürgermeister Blessing. „Na, dann müssen Sie vier Bahnen schwimmen“, scherzt Huber, „denn heute sind die Bahnen nur 25 Meter lang.“

Ilshofen

Das Freibad in Unteraspach funktioniert

Der sportliche Bürgermeister lacht und weiß doch genau, dass das neue Becken zwar etwas schmaler ist als das alte, die 50 Meter Länge aber beibehalten hat. Er stellt sich am Wasser auf und ruft seinen Mitbadern zu: „Alle gleichzeitig und auf drei!“ Und mit einem Riesenplatsch springen fünf Mann und eine junge Dame ins Wasser – drei mit Neoprenanzug – Martin Blessing, Dominik Blessing und Gemeinderat Oliver Paul – und drei besonders Hartgesottene ohne: Johanna Blessing und Lukas und Malte Gehring in Badeanzug und -hosen. Lukas und Malte probieren noch die große Wellenrutsche aus.
Der Vollständigkeit halber muss angefügt werden, dass auch ihr Vater, Gemeinderat Thomas Gehring, kurz untertaucht. Das war er seinen Buben und seiner Vaterehre offenbar schuldig.
Das Freibad funktioniert. Während der Bürgermeister seine zwei Beckenlängen durchkrault und hinterher von seiner Tochter Johanna ordentlich getunkt wird, arbeiten Bauarbeiter trotz Wochenendes weiter. Die Pflasterungen stehen an, ebenso der Einbau der Edelstahlschranken am Eingang und der Innenausbau der Duschen und Umkleiden. Der Freibadsaison 2021 sollte bald nichts mehr im Wege stehen.