Die stationäre Patientenversorgung am Hohenloher Krankenhaus endet am 15. November. Dann beginnt der Umzug in die Öhringer Klinik, der zwei Tage dauern wird. Zunächst werden die Patienten verlegt, dann folgen Geräte und Materialien. Dies meldet die BBT-Gruppe. Sie schwingt seit gut einem Jahr als Mehrheitsgesellschafter das Zepter im Hohenloher Krankenhaus.

In Öhringen stehen dann 193 statt 157 Krankenbetten

Laut BBT-Mitteilung entstehe zurzeit eine neue Bettenstation im Erdgeschoss der Öhringer Klinik. Außerdem seien alle Verwaltungsbereiche im Gebäude der Reha-Klinik zusammengezogen worden. Der ursprünglich geplante Modulbau wird nicht benötigt, die Unterbringung erfolgt ausschließlich in den Bestandsräumen. Wenn der erweiterte Betrieb ab 18. November beginnt, werden dort 193 statt 157 Betten zur Verfügung stehen.

Hintergrund der Zusammenlegung ist der Kreistagsbeschluss vom 10. Dezember 2018, die stationäre Versorgung bis spätestens 31. Dezember 2019 am Standort Öhringen zu konzentrieren. „Wir sind in den vergangenen Wochen in Öhringen alle ein wenig zusammengerückt und haben Platz geschaffen für die Patienten und Kollegen aus Künzelsau“, erklärt Thomas Wigant, Regionalleiter der BBT-Gruppe für Tauberfranken-Hohenlohe.

Ab Anfang November keine neuen Patienten mehr in Künzelsau

Das Deutsche Rote Kreuz transportiert die Patienten am Freitag, 15. November, von den Künzelsauer in die Öhringer Stationen. Ein Spezialunternehmen kümmert sich am Samstag, 16. November, um das Material und Labor. Wie die BBT-Gruppe weiter mitteilt, sollen ab Anfang November keine Patienten mehr ins Künzelsauer Krankenhaus eingeliefert werden, bei denen längere Liegezeiten absehbar seien. „Damit soll die Zahl der Patienten, die liegend nach Öhringen transportiert werden müssen, überschaubar gehalten werden“, sagt Melanie Junge, die den Umzug managt. Auch die Belegärzte würden ihre Patienten für Operationen ab Anfang November ins Öhringer Krankenhaus einweisen. Derzeit werden in Künzelsau noch rund 30 Patienten stationär behandelt. Der Klinik-Neubau in Öhringen soll Anfang 2021 starten und 2023 stehen.

Notfallversorgung in Künzelsau und Umgebung sei gesichert

Die Notfallversorgung der Menschen in Künzelsau und Umgebung sei weiterhin rund um die Uhr gesichert, beteuert die BBT-Gruppe. Ab dem 15. November werde ein zusätzlicher Notarzt in Künzelsau sein. Er sitze im Zwischenbau des Krankenhauses und springe immer dann ein, wenn die niedergelassenen Ärzte nicht in ihren Praxen oder in der Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erreichbar seien:

  • montags, dienstags und donnerstags von 18 Uhr bis 8 Uhr
  • mittwochs, freitags bis sonntags und feiertags von 14 bis 8 Uhr.

Die Notruftelefonnummern der niedergelassenen Ärzte sei zudem rund um die Uhr kostenlos unter 116 117 erreichbar. In lebensbedrohlichen Fällen gelte die Nummer des Rettungsdienstes: 112.

Arbeitsunfälle werden nicht mehr in der Künzelsauer Klinik behandelt

Dr. Andreas Berglehner, Chefarzt der Unfallchirurgie, habe das Krankenhaus Ende September verlassen. Damit könnten Arbeitsunfälle nicht mehr in der Künzelsauer Klinik behandelt werden, sondern nur noch von Dr. Oliver Böhm im Ärztehaus „mediKÜN“. Die gesamte Unfallchirurgie – ambulant wie stationär – werde deshalb bereits ab Montag, 14. Oktober, in Öhringen zentralisiert. Ein Arzt der Unfallchirurgie bleibe mit einem kleinen Team bis 15. November in Künzelsau.

Die meisten Mitarbeiter aus Künzelsau kommen laut Mitteilung der BBT-Gruppe im Krankenhaus Öhringen unter. Einige würden in eine Einrichtung der Hohenloher Seniorenbetreuung wechseln, weitere im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim oder bei einer der Kommunen beschäftigt sein. Keinem Mitarbeiter sei gekündigt worden.

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