Lang anhaltende Regenfälle und Tauwetter haben zu erhöhten Wasserständen in den Flüssen und Bächen im Landkreis geführt. Schon am Sonntagabend ist eine offizielle Hochwasserwarnung veröffentlicht worden. Unter anderem in der kostenlosen NINA-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Auch für die Nachbarkreise hat es diese Warnungen gegeben.

Wegen überfluteter Fahrbahnen musste die Landkreisverwaltung mehrere Strecken sperren. Betroffen waren die L 1033 zwischen Langenburg und Oberregenbach, die K 2545 zwischen Großforst und Hürden sowie die L 1068 im Bereich der Ortsdurchfahrt Stimpfach. „Es gab noch eine kleinere Überflutung in Satteldorf-Ellrichshausen“, teilt Annika Wieland von der Pressestelle des Landratsamts mit. Die Sperrungen würden voraussichtlich im Laufe des Dienstags wieder aufgehoben. Über die Leitstelle des Landkreises seien nur kleinere Einsätze wegen Überschwemmungen koordiniert worden.

Bereits am Sonntagnachmittag ist an der Kocher-Pegelmessstation in Gaildorf der kritische Stand von 2,60 Metern gemessen worden. Etwa eine Stunde nach Mitternacht wurde die Vier-Meter-Marke geknackt. Den Radweg unter der Kocherbrücke in der Schloss-Straße, der nicht mehr passierbar war, hatte der Baubetriebshof bereits am Wochenende vorsorglich gesperrt. Um 9.45 Uhr lag der Pegel bei 4,35 Metern und damit 25 Zentimeter über dem jüngsten Heiligabend-Hochwasser. Seit Montagnachmittag sinkt er wieder.

Wasser dringt bis an die Häuser

In Schwäbisch Hall musste von Montagmorgen bis -nachmittag die Salinenstraße im Bereich der Henkersbrücke gesperrt werden. Der Verkehr wurde in dieser Zeit über die Schwatzbühlgasse umgeleitet.

Eigentlich ist die Schwatzbühlgasse eine Fußgögnerzone - jetzt wurde wegen Hochwassers der Verkehr hier durch geleitet.
© Foto: Norbert Acker

Auch auf den Parkplätzen auf der Kocherwiese war zeitweise „Land unter“, die Autos standen mit den Reifen im Wasser. In Steinbach stand der Kocher bis an die Bebauung. „Sonntagnachmittag hatte die Feuerwehr in Hessental einen kleineren Einsatz. An den Wasenwiesen war aufgrund des erhöhten Grundwasserspiegels Wasser in die Tiefgarage eines Wohngebäudes gelaufen“, sagt Franziska Hof von der Pressestelle der Stadt Schwäbisch Hall. Weitere Einsätze habe es nicht gegeben.

Keine größeren Schäden durch Hochwasser

„Wiesen wurden zwar überschwemmt, größere Schäden sind aber nicht zu beklagen“, sagt Markus Bock, Bürgermeister von Sulzbach-Laufen. In Gaildorf und Ottendorf – auch dort reichte das Wasser bis an die Wohnbebauung – sowie Rosengarten-Westheim sind ebenfalls Wiesen und Sportstätten überflutet worden. Das Kocherwasser hat sich auch wieder über den Sportplatz des TSV Braunsbach ergossen. „Alle Jahre wieder“, kommentiert dies der TSV auf seiner Facebookseite. „So weit ist aber alles ok“, sagt Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch. Es seien im Gemeindegebiet einige mobile Hochwasserdämme gesetzt worden, man habe aber alles unter Kontrolle. Den Orlacher Bach komme zwar mehr Wasser herunter als sonst, aber das sei nicht dramatisch.

Auch die Jagst hat sich zeitweise in einen reißenden Fluss verwandelt. An der Messstation Elpershofen sind Montagnachmittag noch 3,78 Meter gemessen worden, der Meldewert liegt dort bei 3,10 Metern. Das hatte zumindest für Crailsheim keine dramatischen Folgen. Der Herrnsteg musste zwar gesperrt werden, die Kernstadt war aber weiterhin durch den Bleichesteg mit Bahnhof und Post verbunden.

Am Sonntag ist die Bühler bei Untersontheim zwar über die Ufer getreten, an der Messstelle in Bühlertann ist die kritische Marke von 2,02 Metern am Montagnachmittag hingegen nicht überschritten worden. Auch an der Messstelle in Geislingen lagen die Werte im grünen Bereich.

Andi Neumaier, Wetterexperte der drei Kreiszeitungen, geht davon aus, dass die Niederschläge in den kommenden Tagen zurückgehen werden. „Für die nächsten Tage ist eine Entwarnung in Sicht“, bestätigt auch Kreissprecherin Wieland.

Info Aktuelle Infos zu Pegelständen gibt es auf der Internetseite der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg unter hvz.lubw.baden-wuerttemberg.de.

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