Fasching Hip-Hop-Style war einmal

Fichtenau / Luca Schmidt 14.02.2019

Einmal im Jahr laufen Hippies, Scheichs und Prinzessinnen gemeinsam durch die Straßen Matzenbachs. Dann tauchen längst verloren geglaubte Ehemalige des Fichtenauer Dorfes wieder auf, und die sonst eher leeren Straßen verwandeln sich in eine Mischung aus Ballermann und Karneval in Rio. Das kann nur eines heißen: Es ist Zeit für den Rosenmontagsumzug.

Dass der in diesem Jahr zum 25. Mal veranstaltet wird, haben die Fichtenauer auch Lore Scherrle zu verdanken. Sie hat den ersten Umzug mit ihren Freundinnen Martina Küstner und Heidi Schultes organisiert. Als Faschingsnärrin, die ursprünglich aus Wört kommt, konnte Scherrle es damals nicht auf sich sitzen lassen, dass es in Matzenbach keinen Umzug gab. „Ich habe zu den beiden anderen gesagt, dass es doch schön wäre, wenn mal wieder etwas los ist“, sagt Scherrle. Gesagt, getan.

Die drei Frauen schnappten sich Leiterwagen, setzten Kinder hinein und zogen durch die Matzenbacher Straßen – stilecht im Hip-Hop-Style der 80er-Jahre mit Kassettenrekorder auf der Schulter. „Meine Tochter war damals auch dabei, sie hat sich geschämt“, sagt Scherrle. Eine Wahl hatte die Tochter aber nicht.

Straße für Straße liefen die zehn ersten Matzenbacher Umzugsteilnehmer ab, danach ging es in das Vereinsheim im Ort. Das ist auch heute noch Ziel des Faschingsumzugs.

Bereits der zweite Umzug war besser besucht. Da kamen nicht nur 30 Teilnehmer, sondern mit Wolfgang Butz auch der erste Musikant mit einer Trommel dazu, so Scherrle. Im Laufe der Jahre gesellten sich zum „Fußvolk“ auch Wagen und Musikkapellen. Geändert hat sich auch der Weg des Umzugs. Früher wurde durch ganz Matzenbach gelaufen, bis zu drei Stunden hat das gedauert, erklärt Scherrle. Jetzt ist es nur noch die halbe Strecke.

Eine Besonderheit des Matzenbacher Umzugs: die „Tankstationen“. Die werden von Anwohnern aufgebaut, um die Umzugsteilnehmer zu versorgen. „Wir werden von Leuten außerhalb immer wieder gefragt, was die Getränke und das Essen an den Stationen kosten. Die können gar nicht fassen, dass das alles umsonst ist“, sagt Scherrle. Rund zehn Stationen waren es früher jedes Jahr, durch die kürzere Strecke sind es jetzt noch fünf.

Dabei sei der Umzug laut Lore Scherrle in den Anfangsjahren ­gemütlicher ­gewesen – ohne ­Wagen, nur mit Fußvolk. Heute gefällt ihr vor ­allem, dass viele Menschen ­mitmachen und viele Zuschauer da sind. „Und wer einmal da war, der kommt immer wieder.“

Faschingstermine in Matzenbach

Los geht’s am Samstag, 16. Februar, um 20.02 Uhr. Der FC Matzenbach lädt zum Sportlerball in die Turnhalle, es spielt unter anderem die Band Bayernmän. Karten gibt es an der Abendkasse.

Der Kinderfasching wird am Sonntag, 24. Februar, gefeiert. Start ist um 13 Uhr in der Turnhalle.

Der Weiberfasching startet am Donnerstag, 28. Februar, um 9 Uhr am Vereinsheim des FC Matzenbach am Sportplatz. Unter dem Motto: „Vokuhila, NDW, die 80er, die waren schee“ wird später das Wildensteiner Rathaus gestürmt, danach geht es wieder zurück. Karten an der Morgenkasse.

Die letzte Faschingsveranstaltung 2019 in Matzenbach ist der 25. Rosenmontagsumzug am 4. März. Beginn ist um 13 Uhr am Läuteturm, danach wird im Vereinsheim im Ort weitergefeiert. luc

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