Blaufelden Hinter der Mehrzweckhalle in Blaufelden entsteht eine Grünanlage

ERWIN ZOLL 19.03.2014
Wenn man Klaus Köger nach dem schönsten Platz fragt, an dem es sich in Blaufelden leben lässt, antwortet er sehr zurückhaltend.

Wenn man Klaus Köger nach dem schönsten Platz fragt, an dem es sich in Blaufelden leben lässt, antwortet er sehr zurückhaltend. Keinesfalls will sich der Blaufeldener Bürgermeister auf einen bestimmen Ort festlegen: "Jedes Wohngebiet hat seine eigenen Besonderheiten und Schönheiten", sagt der 56-jährige Kommunalpolitiker.

Anders verhält es sich, wenn Köger einem jungen Ehepaar auf der Suche nach einem Bauplatz erklären soll, warum es sich unbedingt in Blaufelden niederlassen sollte. Dann sprudelt es aus ihm nur so heraus. Er beginnt bei den günstigen Bauplatzpreisen und ist beim Angebot an Pflegeplätzen für die Eltern der Bauinteressenten noch nicht fertig.

Weitere Bauplätze geplant

Für 66 Euro pro Quadratmeter gibt es im Baugebiet Rothenburger Straße im Hauptort einen voll erschlossenen Bauplatz. Hier wird auch in Zukunft der Schwerpunkt der Wohnbauentwicklung liegen. Im Augenblick stehen dort nur noch sieben Plätze zur Verfügung, von denen fünf schon reserviert sind. Bis Ende dieses Jahres ist allerdings der nächste Abschnitt mit 15 bis 20 weiteren Bauplätzen an der Reihe.

Stolz ist Klaus Köger auf die umfassende Betreuung der Kinder, die in seiner Gemeinde von der Kinderkrippe über die Kindergärten bis zum Schulzentrum angeboten wird. Die Kinderkrippe und die Ganztagesgruppe ermöglichen eine wöchentliche Betreuungszeit von 45 Stunden. Zum Schulzentrum gehören nicht nur Grund-, Werkreal- und Realschule, sondern auch - für Kinder, die eine besondere Förderung brauchen - die Erich-Kästner-Schule. Für behinderte Kinder gibt es zwei Außenklassen der Konrad-Biesalski-Schule in Wörth, die zudem in Billingsbach einen Schulkindergarten betreibt. An der Nachmittagsbetreuung in Blaufelden beteiligt sich die Sankt-Raphael-Stiftung aus Unterdeufstetten.

Den beiden Kindergärten in Blaufelden stehen entscheidende Veränderungen bevor. Die Gemeinde baut nämlich das frühere Landwirtschaftsamt im Kleistweg noch in diesem Jahr zu einem Kinderhaus um, in dem die drei Gruppen des Gemeindekindergartens und die beiden Gruppen des evangelischen Kindergartens gemeinsam untergebracht werden. Anlass für das Projekt ist der Gemeindekindergarten, der bauliche Mängel aufweist und saniert werden müsste. Die gemeinsame Unterbringung der Gruppe in einem der Gemeinde gehörenden Gebäude wird jedoch keine Änderung der Trägerschaft zur Folge haben. Sowohl die bürgerliche Gemeinde als auch die Kirchengemeinde bleiben Träger ihrer Kindergartengruppen.

Freibad und Hallenbad sorgen für Minus

Die Bewegung kommt in Blaufelden beileibe nicht zu kurz. So betreibt die Gemeinde außer einem Hallenbad in Blaufelden, dessen Becken saniert worden ist, ein Freibad in Wiesenbach. Und an beiden Einrichtungen hält die Gemeinde fest, obwohl sie einen jährlichen Abmangel von 162.000 Euro verursachen. Auch außerhalb des Wassers fehlt es nicht an sportlichen Angeboten. Einen großen Teil steuert hier der TSV Blaufelden bei, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert (das HT berichtet).

Dass die Ortsdurchfahrt von Blaufelden nicht gerade dazu geeignet ist, die Attraktivität der Ortschaft zu steigern, übersieht auch ein wohlwollender Besucher nicht. Daran wird sich auch nichts Wesentliches ändern, nachdem die Umgehungsstraße aus dem dringlichen Bedarf gestrichen worden ist, mit ihrer Verwirklichung vor dem Sankt-Nimmerleinstag niemand mehr ernsthaft rechnet. "In der Ortsdurchfahrt reicht die Fahrbahn fast überall bis an die privaten Grundstücke heran. Es gibt fast keine Flächen, die der Gemeinde gehören und die wir gestalten könnten", sagt Klaus Köger. Als Konsequenz aus diesem Problem richtet sich die Gemeinde ihre gute Stube an anderer Stelle ein. Die Ortsmitte gestaltet Blaufelden nämlich rund um die neue Mehrzweckhalle - dort wo früher in der Versteigerungshalle das Zentrum der Hohenloher Fleckviehzucht war.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulzentrum geht noch in diesem Jahr ein Gestaltungsprozess zu Ende, der vor über einem Jahrzehnt begonnen hat und der der Kern eines seit 2003 entworfenen Zukunfts- und Entwicklungskonzepts ist. Mit dem Bau der vor zwei Jahren eingeweihten Mehrzweckhalle und dem Abriss der alten Festhalle ist Blaufelden noch nicht am Ziel. Jetzt werden zwischen der Mehrzweckhalle und dem Goetheweg die Außenanlagen fertiggestellt. Und dazu gehören nicht nur Flächen für parkende Autos und ein Festzelt, sondern auch ein kleiner Park. Ein Spielplatz für Kinder verschiedenen Alters wird hier ebenso entstehen wie eine Boulebahn oder ein Platz für Seniorengymnastik.

Auch in den Außenorten wird Blaufelden weiter investieren. So steht in Gammesfeld der Umbau des ehemaligen Farrenstalls zu einem Feuerwehrmagazin an und in Wiesenbach der Bau eines Ortszentrums.

"Ein Gefühl des Zuhauseseins" <br /> Die Bauplatzpreise in der Gemeinde Blaufelden - ein Überblick