Gerabronn Himmel, Hölle und Kutteln

Werkeln am Faschingswagen von TSV und Surfclub aus Gerabronn (von links): Herbert Baumann, Ralf Auras und Michaela Baumann. Foto: Jutta Greinwald
Werkeln am Faschingswagen von TSV und Surfclub aus Gerabronn (von links): Herbert Baumann, Ralf Auras und Michaela Baumann. Foto: Jutta Greinwald
CHRISTINE HOFMANN 03.03.2014
Dass Himmel und Hölle mitunter sehr nah beieinander liegen, zeigt der TSV Gerabronn mit seinem Wagen, der morgen beim Faschingsumzug zum Pferdemarkt in Gerabronn bestaunt werden kann.

"Wenn die Welt wird weitergehn, wo werden wir uns wiedersehn?" - diese Frage stellen sich die Sportler des größten Gerabronner Vereins und sie bieten gleich verschiedene Antwortmöglichkeiten an. Es könnte im Wolkenparadies sein, bei den Engeln, wo auch Aloisius und Frau Holle zu Hause sind. Oder auch in der Unterwelt, wo finstere Gestalten ihr Unwesen treiben.

"Es kommt immer ganz auf den Lebenswandel an", meint Herbert Baumann, der beim Wagenbau mithilft. Als Moses verkleidet wird er während des Umzugs, an dem morgen insgesamt 44 Gruppen und fünf Musikformationen teilnehmen, die zehn Faschingsgebote verkünden. "Es sollen ja möglichst alle in den Himmel kommen", meint er mit einem Augenzwinkern.

Seit vier Wochen ist ein Team von Mitgliedern aus Sportverein und Surfclub Gerabronn mit dem Aufbau beschäftigt. Die Wagenbauer haben sich wieder einmal viel vorgenommen: Zweieinhalb Meter hoch und ebenso breit wird der Wagen sein und eine Gesamtlänge von zwölf Metern haben. "Wir mussten zuvor testen, ob wir mit dem Gespann auch überall durchkommen", berichtet Herbert Baumann, "an manchen Stellen des Umzugs kann es ganz schön eng werden."

Auch legten die Tüftler großen Wert auf die Sicherheit. "Wir haben zum Glück einige handwerklich begabte und kreative Leute im Bauteam. Und alle sind voller Elan dabei, da machen schon die Vorbereitungen viel Spaß", sagt Baumann.

Zum dritten Mal nimmt der Förderverein Nebenbahn Blaufelden-Gerabronn-Langenburg mit einem eigenen Wagen am Faschingsumzug in Gerabronn teil. "Wir präsentieren diesmal den Kulturbahnhof auf Rädern", erzählt der Vorsitzende Oliver Paul.

Der Wagen zeigt ein Bild des Bahnhofs, wie er sich in Zukunft präsentieren will: Als Gebäude, das Raum bietet für kulturelle Veranstaltungen. Eskortiert wird der Wagen von den Fördervereinsmitgliedern in historischen Eisenbahneruniformen, einem alten Gepäckwagen und einem Spendenautomaten.

Ein besonderes Highlight hat der Förderverein heuer zu bieten: Am Faschingsdienstag öffnet nach über 30 Jahren die Bahnhofswirtschaft Gerabronn wieder. Ab 8.30 Uhr gibt es traditionelle Faschingsgerichte wie saure Kutteln und Gulaschsuppe. Nach dem Festzug wird Kaffee und Kuchen angeboten.

"Früher gingen die Gerabronner vor dem Faschingsumzug in die Bahnhofswirtschaft zum Kuttel-Essen. Diese Tradition wollen wir heuer wiederaufleben lassen", sagt Oliver Paul.

Info Der Faschingsumzug zieht morgen ab 13.30 Uhr durch Gerabronn. Anschließend findet der Empfang des Prinzenpaares mit Prinzengarde vor dem Rathaus statt. Um 14 Uhr startet das bunte Faschingstreiben in der Stadthalle. Der Pferdemarkt Gerabronn beginnt schon morgens um 8.30 Uhr mit dem Traktoren-Geschicklichkeitsfahren am Wasserturm. Um 9 Uhr findet die Pferdeprämierung beim Schulzentrum statt. Im Stadtzentrum sind ganztägig ein Krämermarkt und die Ausstellung des Kleintierzüchtervereins geöffnet. Abends sorgt die Band Revolution für Stimmung in der Stadthalle.