Spenden Hilfsgüter werden sehnsüchtig erwartet

Robert Fischer 09.01.2018
Mit dem zweiten Transport in diesem Jahr hat der Verein Weißrusslandhilfe Crailsheim mehr als 33 Tonnen Lebensmittel und Hilfsgüter im Wert  von knapp 40 000 Euro in die Stadt Gomel gebracht.

Dass diese Unterstützung noch immer dringend notwendig ist, erlebten die Teilnehmer des Transportes bei ihren Besuchen in verschiedenen mit der bisherigen Hilfe unterstützten Einrichtungen in dem von der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl stark betroffenen Gebiet.

Mit zwei Sattelzügen und einem Begleitfahrzeug starteten die Helfer im Herbst Richtung Gomel. Die Grenzformalitäten bei der Einreise nach Weißrussland sind mittlerweile Routine und die notwendige Ruhezeit der Lastwagenfahrer dauert länger als die Zollabfertigung. Diesmal hatten die Helfer 360 Lebensmittelpakete im Wert von fast 15 000 Euro und einem Gewicht von 6500 Kilogramm gepackt, welche in Gomel schon sehnsüchtig erwartet wurden. Der Bezirksimkerverein Crailsheim spendete 210 Gläser Honig und Martin Rössner aus Satteldorf steuerte weitere 150 Gläser bei. Jedes adressierte Lebensmittelpaket enthielt somit ein Glas Honig.

Güter werden gebraucht

Vor Ort bekamen die Transportbegleiter eindrücklich bestätigt, wie notwendig ihre Hilfsgüter gebraucht werden. In Makanowitschi, rund 70 Kilometer westlich von Gomel, besuchten sie ein Alten- und Pflegeheim. Ursprünglich wurde das sechsstöckige Gebäude als Sanatorium für Opfer der Tschernobylkatastrophe errichtet. Heute beherbergt es 300 erwachsene Pflegebedürftige. Diese werden von rund 200 Mitarbeitern betreut. Der stellvertretende Direktor führte die Gäste durch die Einrichtung. Augenscheinlich fehlt es am Notwendigsten. Die Möbel sind viele Jahre alt und verbraucht, Pflegehilfsmittel nur spärlich vorhanden.

Die Mitarbeiter versuchen mit dem wenigen, das zur Verfügung steht, ihren zu Pflegenden das Leben so erträglich wie möglich zu gestalten. Sie bitten um Unterstützung und übergeben eine Liste mit dem dringendsten Bedarf. Dieser reicht von Hygieneartikeln, Kleidung, Schuhen und Pflegeartikel bis zu Pflegebetten.

Nicht weit von diesem Pflegeheim liegt der Ort Karawatschitschi. Der Leiter der dortigen Schule ist vielen Transportteilnehmern gut bekannt. Diese Schule hat schon viele Möbel, Schränke für die Schulküche und weitere Hilfsgüter erhalten. Bevor er in die Schule einlädt, führt er die Gäste noch zu einer bedürftigen Familie mit drei kleinen Kindern. Schon der äußere Zustand des Hauses lässt erahnen, was im Innern zu erwarten ist. In der Küche türmt sich das Geschirr, im Kochtopf wurde schon länger kein Essen mehr bereitet und davor liegen die Reste verkohlter Pfannkuchen. Der hinter der Küche liegende Raum dient als Wohn- und Schlafzimmer. Offensichtlich scheinen diesen Raum mehr Katzen als Menschen zu bewohnen. Diese Eindrücke motivieren, der Kinder wegen mit der Hilfe nicht nachzulassen.

Ganz anders zeigt sich die Schule. Was nicht passt, wird vom Schuldirektor passend gemacht, damit es als Schrank in der Schulküche verwendet werden kann. Stolz zeigt der Schulleiter komplett ausgestattet Schulräume, deren Möbel von der Realschule Am Schenkensee in Schwäbisch Hall stammen.

Ungeduldig werden die ­Besucher auch im Kindergarten für sehbehinderte Kinder in ­Gomel erwartet. Die Leiterin möchte unbedingt den neuen Pavillon im Garten zeigen, welcher mithilfe der Spende der Firma Schmieg entstanden ist. Eine Tafel weist in russischer und deutscher Sprache auf die Spender hin.

Nach all diesen Eindrücken kehren die Hilfstransportteilnehmer nach einer Woche Aufenthalt gerne wieder in ihre Heimat zurück, um erneut Spenden für eine gute Sache und den nächsten Transport zu sammeln.

Info Die Lkw wurden von den Unternehmen Roll Truck-Service, Schenker, MAN Truck und Bus Deutschland und Herbert Thalheimer ebenso kostenlos zur Verfügung gestellt, wie das Begleitfahrzeug vom Autohaus Linke. Den Artikel hat Robert Fischer verfasst.

Spendenkonten der Weißrusslandhilfe

Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim (IBAN DE40 6225 0030 0000 2228 88) oder Volksbank Schwäbisch Hall-Crailsheim (IBAN DE48 6229 0110 0016 6990 09).