Gerabronn Hier stinkt es zum Himmel

Seit dem Dezember 2017 warten die Nachbarn dieses Anwesens in der Hauptstraße darauf, dass der Brandschutt beseitigt wird.
Seit dem Dezember 2017 warten die Nachbarn dieses Anwesens in der Hauptstraße darauf, dass der Brandschutt beseitigt wird. © Foto: Erwin Zoll
Gerabronn / Erwin Zoll 22.08.2018
Die Brandruine in der Gerabronner Hauptstraße wird immer mehr zum Ärgernis. Dass der Haufen Schutt in absehbarer Zeit beseitigt wird, ist derzeit nicht zu erkennen.

Die Hitze und die Trockenheit der letzten Monate haben zumindest einen Vorteil: Solange es nicht regnet, bleiben die Nachbarn des Anwesens Hauptstraße 11 in Gerabronn von unangenehmen Gerüchen weitgehend verschont.

Wenn es aber regnet und dann auch noch die Sonne scheint, dann stinkt der Haufen auf der Südseite der Straße, eine Mischung aus Bauschutt, verkohlten Balken, durchfeuchteten Möbeln und anderem Müll, zum Himmel. Dass sich daran in nächster Zeit etwas ändert, ist nicht wahrscheinlich.

In dem Wohnhaus war am 2. Dezember 2017 gegen 17.50 Uhr ein Feuer ausgebrochen, das das Gebäude zerstörte. Mit einem Großaufgebot waren die Feuerwehren aus Gerabronn, Blaufelden, Schrozberg und Crailsheim im Einsatz.

Seitdem türmt sich ein meterhoher Schutthaufen auf dem mit einem Bauzaun vom Gehweg abgetrennten Grundstück. Noch im Mai hatte sich Bürgermeister Christian Mauch Hoffnungen gemacht, der Brandschutt könnte zeitnah abgeräumt werden. Da­raus ist nichts geworden.

Um die Räumung des Grundstücks zu beschleunigen, hatte
die Stadtverwaltung von Baufirmen zwei Angebote für diese Arbeiten eingeholt. Die Gebäudeversicherung hatte sich bereit erklärt, auf der Grundlage eines dieser Angebote die Räumung zu bezahlen. Bei den Kosten soll es um einen Betrag um die 80 000 Euro gehen.

Der städtische Bautechniker Kay Sautter spricht von einer „ganz schwierigen Lage“, in der Bürgermeister Christian Mauch intensive Gespräche mit den Eigentümern des Anwesens geführt habe. Bei ihnen handelt es sich um getrennt lebende Eheleute, die unterschiedlicher Auffassung über das weitere Vorgehen sind. Bei einem Vor-Ort-Termin im Juli habe die Ehefrau der Räumung des Grundstücks zugestimmt, der Ehemann jedoch nicht. Offensichtlich ist er sich mit der Gebäudeversicherung noch nicht über die Regulierung des Gesamtschadens einig.

Nach wie vor ist die Stadt da­ran interessiert, das Grundstück zu erwerben. Ein Kaufangebot hat sie den Eigentümern Kay Sautter zufolge im Juli unterbreitet.

Wie lange der Brandschutt noch in der Hauptstraße liegen wird, darüber kann nur spekuliert werden. Bautechniker Kay Sautter wagt jedenfalls keine Prognose, hält es aber für möglich, dass das Problem erst 2019 gelöst wird.

Ob das Landratsamt Schwäbisch Hall als Baurechts- oder als Umweltbehörde in den Brandruinen-Fall von Gerabronn eingreifen könnte und bereit wäre, die Beseitigung des Bauschutts anzuordnen, ist unklar. Eine Auskunft zu dieser Frage war beim Landratsamt bisher nicht zu erhalten.

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