Gerabronn Herkunft der Keime im Wasser weiter unklar

Der zuletzt 1978 sanierte Wasserturm an der Rechenhausener Straße in Gerabronn und die Hochbehälter, die sich neben dem Turm befinden, waren der Ausgangspunkt der Verkeimung.
Der zuletzt 1978 sanierte Wasserturm an der Rechenhausener Straße in Gerabronn und die Hochbehälter, die sich neben dem Turm befinden, waren der Ausgangspunkt der Verkeimung. © Foto: Erwin Zoll
Gerabronn / Erwin Zoll 01.08.2018
Das Trinkwasser, das in Gerabronn und Umgebung aus den Wasserhähnen fließt, wird zum Schutz vor Bakterien voraussichtlich noch bis zum kommenden Wochenende mit Chlor angereichert.

Der Zweckverband Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (HWG) hat die Suche nach der Ursache der Verkeimung noch nicht abgeschlossen, wie HWG-Geschäftsführerin Isolde Ansorge am Dienstag auf HT-Anfrage erklärte.

Das Gesundheitsamt des Landratsamts Schwäbisch Hall hatte am 26. Juni bereits zum zweiten Mal ein Abkochgebot erlassen, weil im Trinkwasser coliforme Bakterien festgestellt worden waren. Das Wasser musste vor seiner Verwendung sechs Minuten lang sprudelnd kochen. Die Ursache der Verkeimung ist bis heute unklar, doch steht fest, dass der Wasserturm und die beiden Hochbehälter in Gerabronn der Ausgangspunkt der Verschmutzung waren.

Turm und Behälter gereinigt

Nachdem die 300 Kubikmeter fassende Wasserkammer im Wasserturm und die jeweils 400 Kubikmeter fassenden Hochbehälter entleert und desinfiziert worden waren, wurde das Abkochgebot am 13. Juli aufgehoben. Das Wasser wird aber nach wie vor mit Chlor angereichert. Wie lange dies noch geschieht, ist unklar. Isolde Ansorge hat im HT-Gespräch kein bestimmtes Datum genannt. Zwar seien voraussichtliche Termine festgelegt worden, die sich jedoch noch ändern könnten „Dies ist vor allem abhängig von der weiteren Entscheidung des Gesundheitsamts“, sagte Ansorge. Die HWG hoffe, dass die Maßnahmen im August abgeschlossen werden könnten.

Dass das Wasser so lange Zeit gechlort wird, erklärt Isolde Ansorge mit den weiten Wegen, den das Wasser vom Gerabronner Wasserturm bis zu den Verbrauchern zurücklegen muss. „Wir wollen sichergehen, dass die Qualität des Wasser wieder hergestellt ist“, sagte die Geschäftsführerin. Mit der gegenwärtigen Hitzewelle habe die Chlorierung dagegen nichts zu tun. Der Einzugsbereich des Gerabronner Wasserturms sei der einzige Teil des HWG-Netzes, in dem das Wasser derzeit mit Chlor angereichert wird.

Das jüngste Abkochgebot galt für ein Gebiet mit rund 3900 Einwohnern, das von Raboldshausen und Wittenweiler im Norden bis nach Dünsbach im Süden reicht. Dabei ging es nicht nur um Ort­schaften der Stadt Gerabronn, sondern auch um Teile der Gemeinde Blaufelden und der Stadt Langenburg. Rund 3900 Einwohner beziehen in diesem Gebiet ihr Wasser von der HWG.

Der Wasserturm und die Wasserbehälter in Gerabronn werden vom Hauptwasserturm in Lindlein gespeist, der wiederum von der Nordost-Wasserversorgung (NOW) mit Wasser aus dem Wasserwerk Bronn bei Weikersheim gefüllt wird. Wegen der weiten Transportwege wird das Wasser in Bronn zwar gechlort, das Transportchlor verflüchtigt sich jedoch, bevor das Wasser beim Verbraucher ankommt, wie Holger Gersten, der HWG-Betriebsleiter, unserer Zeitung auf Anfrage erklärte. Von dieser Chlorierung abgesehen, werde das Wasser im Normalfall nicht gechlort.

Im März war die Anlage für das Transportchlor ausgefallen, weshalb die NOW eine andere Chlorart verwendet hat. Die hatte in den Haushalten einen deutlichen Chlorgeruch zur Folge.

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