Hat ja gar nicht wehgetan. . .

MATHIAS BARTELS 26.01.2013

Wenn Politiker zu Ereignissen wie Messe-Eröffnungen geladen sind, kommen sie (meist) als Ehrengäste. Den Veranstaltern ist es vorbehalten, für Ausgewogenheit zu sorgen und bei der Begrüßung um Gottes Willen keinen zu vergessen. Obwohl: Wahlentscheidend sind bekanntlich andere Dinge, wie man nicht erst seit der Niedersachsen-Wahl am vergangenen Wochenende weiß.

Die Leihstimmen-Profiteure der FDP vom 20. Januar allerdings haben in Hohenlohe Vertreter am Start, die seit Jahren schon mit eigener Koje auf der Hohenloher Arena-Messe vertreten sind. Oft belächelt, aber immer wieder auch bestätigt für ihre Ausdauer, erwarteten Dr. Friedrich Bullinger und Co. gestern gar einen Staatsminister im Auswärtigen Amt an ihrem Messestand: den Heilbronner Abgeordneten Michael Link. Mächtige Unterstützung also für den Haufen Unentwegter, die die Geschicke der Liberalen in Hohenlohe vorantreiben. Noch eins sei den "Gelben" versichert: Die Kugelschreiber, die dem Pressevertreter großzügig überlassen wurden, sie funktionieren alle!

Am gemeinsamen Stand der im Landkreis vertretenen Tageszeitungen durften sich die Polit-Profis aus Bund und Land zudem als Zeitungsträger austoben - in der US-amerikanischen Version, wie man es aus Hollywood-Schinken kennt. Dort wirft der Zeitungsjunge vom Fahrrad aus das Blättchen in die Vorgärten. In Ilshofen war stattdessen eine kleine HT-Stadt als Wand aufgebaut. Am treffsichersten sinnigerweise: FDP-Mann Bullinger - zwei Treffer bei drei Versuchen. Womöglich hat der Mann die Woche über den deutschen Handballern bei ihrem WM-Einsatz zugeschaut?

CDU-MdB Christian von Stetten indes hatte gar die schlimmsten Befürchtungen, als der gemeinsame Messerundgang die Polit-Ehrengast-Truppe in Richtung Zeitung führte: "Was muss ich denn diesmal machen?", lautete die bange Frage. Man konnte den Freiherrn beruhigen: Keine heiklen Schätzfragen beantworten, nichts aus dem Hut zaubern, lediglich dreimal werfen. Fazit: Hat ja gar nicht wehgetan!

Und auch die anderen Parlamentarier erwiesen sich wie von Stetten als wurffest. Wie er trafen je einmal MdB Thomas Strobl (CDU) und dessen SPD-Landtagskollege Nik Sakellariou. Das ist so wie der Ehrentreffer an der ZDF-Torwand. Zur Belohnung gab es einen Lolly - in den vieldeutigen Farben Rot und Gelb. Was das nun schon wieder zu bedeuten hat. . .