Mustafa Husseini (Foto oben) aus Kirchberg war neu in der achten Klasse der Gemeinschaftsschule Rot am See. Er habe nicht gewusst, wie die Dinge laufen, als Tanja Schmidt von BBQ – Bildung und Berufliche Qualifizierung – auf ihn zukam, sagt Husseini. Das gemeinnützige Unternehmen hilft mit einem Berufseinstiegsprogramm Jugendlichen beim Schulabschluss und dabei, Praktikum und Ausbildungsplatz zu finden.

Ausbildung begonnen

Schmidt habe ihm geholfen, Bewerbungen zu schreiben, und ihn später im Betrieb besucht, sagt Husseini – denn seit September arbeitet er für das Autohaus Botsch in Kirchberg. Der 21-Jährige macht eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker.

Die Berufseinstiegsbegleitung gibt es an der Schule in Rot am See seit 2009. Vier Mitarbeiter unterstützen 33 Schüler, außerdem werden zwölf Teilnehmer an weiterführenden Schulen und während ihrer Ausbildung begleitet. Finanziert wird die Berufseinstiegsbegleitung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Bundesministerium für Arbeit. Der ESF fördert laut Ministerium eine bessere Bildung, unterstütze durch Ausbildung und Qualifizierung und trägt dazu bei, Benachteiligungen am Arbeitsmarkt abzubauen.

Die Firma E+K Sortiersysteme (Foto links) aus Kirchberg bekommt ebenfalls Zuwendungen aus EU-Geldern – für eine Vergrößerung des Unternehmens. Gebaut werden sollen neue Büros und Sozialräume, außerdem wird in neue Maschinen investiert, sagt Geschäftsführer Uwe Herold. 3,1 Millionen Euro gibt E+K aus, zehn Prozent davon werden gefördert. Dabei wandte sich das Unternehmen zunächst an das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR). „Das wurde aber abgelehnt. Warum, das hat damals keiner verstanden“, sagt Herold.

Komplizierte Alternative

„Wir haben uns dann Alternativen überlegt und sind auf die Förderinitiative ,Spitze auf dem Land’ gestoßen“, sagt Herold. Hier gibt es Fördermittel aus dem ELR und aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Das Problem: Die Zugangsvoraussetzungen seien extrem hoch. So sind die Zuwendungen zum Beispiel an eine Technologieführerschaft geknüpft.

Herold musste viele Formulare ausfüllen und Fragen beantworten. Er habe sich „durchgewurstelt“ und schließlich bekam E+K die Förderung. Ende des Jahres sollen die Bauarbeiten fertiggestellt sein.

Nancy Paul (Foto rechts) ist Inhaberin eines Schreibwarenladens mit Postfiliale in Gerabronn. „Ich habe früher in einem Supermarkt an der Kasse gearbeitet, der Umgang mit Kunden hat mir Spaß gemacht. Als ich vor neun Jahren im Amtsblatt gelesen habe, dass ein Nachfolger für die Postfiliale gesucht wird, dachte ich, das wäre was für mich“, sagt sie.

Allerdings habe sich der Schreibwarenladen früher nicht in der Ortsmitte befunden. „Unser alter Laden war dunkel und kalt, und er war zudem noch etwas abseits gelegen.“ Sie sei damals auf Bürgermeister Klaus-Dieter Schumm zugegangen, der ihr das Leader-Programm empfohlen habe.

Steiniger, bürokratischer Weg

„Dort habe ich mich dann auch gleich mit meinem neuen Projekt beworben.“ Nach einem „steinigen und bürokratischen“ Weg habe sie schließlich eine Förderung bekommen – und konnte damit ihren Laden mitten in Gerabronn eröffnen „Ohne die Fördermittel wäre das nicht möglich gewesen“, sagt Paul.

Leader ist ein Programm zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft und dient als Förderinstrument der Europäischen Union zur Stärkung und Weiterentwicklung der ländlichen Räume.

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