Braunsbach Hällische Sau auf Spanisch: Antonio Fernandes Garcia kocht mit Sherry

Braunsbach / SONJA ALEXA SCHMITZ 15.06.2013
Seit Antonio Fernandes Garcia bei der Einweihung des Bürgerhauses in Jungholzhausen Paella zubereitet hat, kennt man ihn in Braunsbach. Doch der Andalusier lebt schon seit Jahren in der Kochertalgemeinde.

Wenn das Ende der Woche naht, kribbelt es den 47-Jährigen Spanier in den Händen. Am Sonntag steht er in der Küche, und dann gibt es häufig Gerichte aus seiner spanischen Heimat. "Ich liebe es, am Samstag auf den Wochenmarkt nach Schwäbisch Hall zu fahren. Ich kaufe dort Oliven und Fisch."

Doch heute kocht er Schwein. "Perfekt wäre es mit iberischem Schwein. Aber die hällische Sau ist auch sehr gut", freut sich Antonio Fernandez Garcia. Das Gericht ist eine Eigenkreation. Er kommt aus der Nähe von Jerez in Andalusien, und verbindet beim Kochen gerne Gerichte mit dem von dort kommenden Süßwein, dem Sherry.

"Wenn ich hier spanisch koche, schmeckt das anders als daheim. Das liege an den Zutaten." Aber Dank der Gewürze, die sich die Familie aus Spanien besorgt, komme das Gericht dem Original recht nah. Das Allerwichtigste sei ein gutes Olivenöl. Antonie Fernandez Garcia besorgt sich seines kanisterweise in einem Großmarkt in Stuttgart.

Dass Antonio Fernandez Garcia jetzt in Braunsbach lebt, verdankt er seiner Ehefrau Kathrin Weidner. Mitte der Achtziger verbrachte sie zwei Jahre in Andalusien auf einem Bauernhof. In dieser Zeit lernte sie ihren späteren Ehemann kennen.

Heute lebt das Paar mit ihren drei Söhnen in Jungholzhausen, und er arbeitet als Lagerist bei der BAG Hohenlohe in Neuenstein. "Der Anfang war nicht ganz leicht", erinnert sich Antonio - er konnte kaum Deutsch.

In Jungholzhausen sei er sehr gut aufgenommen worden. Und seit er bei der Einweihung des Bürgerhauses Paella gekocht hat, kennen ihn alle im Ort. Bei dem Gedanken daran verzieht er sein Gesicht. "Das war die schlechteste Paella, die ich je gemacht habe. Es gab zu viel Feuer, und sie ist mir angebrannt."

Der Spanier vermisst wenig, er mag auch die schwäbische Küche. Bis auf Spätzle. "Die stopfen so arg." Aber sonst "Moch I alles" sagt er mit einem spanisch-hohenlohischen Akzent. Die Eigenart der Spanier, zu allem frisches Weißbrot zu essen, habe er sich - unter Anstrengungen - abgewöhnt. "Was er aber bis heute nicht verstehen kann: Wie wir Deutschen Brot essen können, das älter als einen Tag ist", sagt seine Frau Katrin lachend. "So, jetzt probieren", kommt es vom anderen Ende des Tisches. Dort hat Antonio Fernandez Garcia die Teller angerichtet.