Satteldorf Gute Handpflege, aber schlechte Erlöse

Achim Pfeffer bei der Schafschur: Für ein Kilo Wolle gibt es gerade mal 60 bis 90 Cent – aber nur für „weiße Ware“.
Achim Pfeffer bei der Schafschur: Für ein Kilo Wolle gibt es gerade mal 60 bis 90 Cent – aber nur für „weiße Ware“. © Foto: Trinkle
Satteldorf / Malin Wunderlich 08.06.2018
Schafschur in Satteldorf: Das Geschäft mit der Wolle rechnet sich kaum mehr.

Wen schert‘s?  Oder besser: Wer schert das Schaf? Etwa 140 Tiere pro Tag schafft  Achim Pfeffer, nebenberuflicher Schafscherer aus Schwäbisch Hall. Mit dabei: Petra Strohmaier, die Tochter des Schäfers Dieter Strohmaier aus Satteldorf. Ihm gehören sie, die blökenden Tiere, die eins nach dem anderen von ihrer dicken Wolle befreit werden.

Das Ganze geschieht direkt vor Ort, mitten in Satteldorf. Routiniert setzt Pfeffer die elektrische Hand-Schermaschine ein, sie ähnelt einem Langhaarschneider. Keine drei Minuten dauert es, bis das Schaf kurzgeschoren wieder zurück zur Herde darf.

Dabei ist das Scheren für Achim Pfeffer nur Nebenerwerb. „Ein Berufsscherer schafft schon mal 200 bis 250 Schafe am Tag, das ist aber auch abhängig von der Rasse und davon, ob und wie stark die Wolle verfilzt ist.“, sagt Pfeffer.

Strohmeiers Tochter sammelt die Wolle dann ein, damit sie später verkauft werden kann. Für ein Kilo Wolle erhält Strohmeier etwa 60 bis 90 Cent. Weiße Wolle wohlgemerkt, für das Fell der schwarzen und braunen Tiere gibt es weitaus weniger: Nur 5 Cent pro Kilo. Mischt sich nämlich dunkle Wolle zu weißer, gibt es bei der Weiterverarbeitung Probleme beim Färben.

Ein Schaf liefert je nach Größe drei bis vier Kilo des weichen Materials, man kann also davon ausgehen, dass das Geschäft nicht besonders lukrativ ist. Zumal der Scherer ja auch bezahlt werden will. Für zwei Euro pro Schaf, wenn Strohmaier gut verhandelt.

Das Geschäft mit der Wolle rechnet sich also kaum mehr, der Schäfer lebt von der Landschaftspflege.  Ein Teil der Wolle wird zu Dünger-Pellets weiter verarbeitet, in so einem Fall spielt auch die Farbe keine Rolle mehr. Wenn Dieter Strohmaier Glück hat, gibt es dann 30 Cent für das Kilo. Ein positiver Nebeneffekt vom Schafscheren sind wunderbar weiche Hände, die man durch den Kontakt mit der fettigen Schafwolle bekommt. Um etwas von der natürlichen Handpflege abzubekommen, reicht es aber auch schon, ein Schaf ausgiebig zu streicheln.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel