Insolvenz Gut Stetten und Velisco melden Insolvenz an - 240 Jobs bedroht

MATHIAS BARTELS 06.02.2014
Die Brettenfelder Putenschlächter haben am Dienstag beim Amtsgericht Crailsheim Insolvenz angemeldet. Betroffen sind rund 240 Beschäftigte.

Als Ursache für den Antrag hat die Geschäftsführung der zwei betroffenen Betriebe neben einem starken Preiskampf im Geflügelsektor die hohen Betriebsausgaben bei zu geringer Auslastung angegeben. So wird es in einer Pressemitteilung der Kanzlei Eisner Rechtsanwälte GmbH aus Lauda-Königshofen dargestellt, die mit der vorläufigen Insolvenzverwaltung betraut wurde. Nachdem die Zahlung der Januar-Löhne nicht mehr gesichert gewesen sei, habe sich die Geschäftsführung für den Gang zum Insolvenzgericht entschieden. Die Löhne von Januar bis März dieses Jahres übernimmt per Insolvenzgeld die Agentur für Arbeit. Der laufende Geschäftsbetrieb soll unterbrechungslos fortgesetzt werden, hieß es gestern aus der Kanzlei Eisner.

Die Gut Stetten GmbH & Co. KG betreibt mit etwa 200 Arbeitnehmern in Brettenfeld einen Schlachthof für Geflügelprodukte. Hauptsächlich wird Putenfleisch verarbeitet und vermarktet. Die Velisco Vertriebs GmbH & Co. KG, für die gleichfalls Insolvenz beantragt wurde, ist ein Verwaltungsdienstleister mit circa 40 Beschäftigten. An diese Gesellschaft sind Buchhaltung und Personalverwaltung von Gut Stetten ausgegliedert. Beide Gesellschaften sind hundertprozentige Tochterunternehmen der WU Beteiligungsgesellschaft mbH in Rot am See. Die Konzernmutter wie auch die Tochter Velisco Immobiliengesellschaft mbH & Co. KG sind nicht mit im Insolvenzverfahren. Insolvenzverwalter Dr. Helmut Eisner wird als einen der nächsten Schritte Kontakt zu den Lieferanten der Schuldnerin aufnehmen. Erst danach stehe die Suche nach Investoren oder Übernahmeinteressenten auf dem Programm.