Kirchberg Große Spiellust von Mozart bis Brahms

Kyoko Hashimoto, Helge und Anette Slaatto sowie Martti Rousi wissen zu überzeugen.
Kyoko Hashimoto, Helge und Anette Slaatto sowie Martti Rousi wissen zu überzeugen. © Foto: Ralf Snurawa
Kirchberg / Ralf Snurawa 18.08.2018
Beim zweiten der drei Konzerte im Rahmen des 15. Internationalen Meisterkurses auf Schloss Kirchberg waren am Mittwochabend vor allem die Dozenten zu hören.

Im gut besuchten Rittersaal waren die japanische Pianistin Kyoko Hashimoto, der norwegische Violinspieler Helge Slaatto sowie seine Frau Anette auf der Bratsche und der finnische Cellist Martti Rousi mit dem g-Moll-Klavierquartett von Johannes Brahms zu hören.

Die vier Musiker eröffneten das Werk sehr empfunden geatmet – wie ein einziger Klangkörper. Spannungsbögen wurden hier wunderbar ausgestaltet, leidenschaftliche Ausbrüche schön vorbereitet. Aufgewühlte Passagen trafen kontrastreich auf sonores Melodieren.

Drängend und – auch aufgrund des Dämpfereinsatzes bei den Streichern – fast ein wenig geisterhaft erschien danach der Intermezzo-Satz. Stets war dabei die unter der Oberfläche mitschwingende, aber nie hervorbrechende Spannung zu spüren.

Als breiter Streichergesang begann der langsame Satz. Die Steigerung ins Majestätische versagte das Quartett aber den aufgehellten Abschnitten. Kernige Gesanglichkeit bestimmte dann den Abgesang. Mitreißend geriet den Musikern am Ende das „Rondo alla zinagerese“. Hashimotos wahnsinnig schnell gespielte Tastenläufe trafen sowohl auf kraftvoll-gesangliche Momente wie sehnsüchtige Töne in Viola und Violoncello.

Ein weiteres Klavierquartett, jedoch von Wolfgang A. Mozart, war davor zu hören, diesmal von Meisterkursteilnehmern gespielt. Mit viel Verve und Spiellust gingen sie den Eingangssatz an. Jason Dan gestaltete die Tastenläufe wunderbar perlend.

Ensembleklang wirkt klar

Mollwendungen gelangen den Streichern – Maria Krstic auf der Violine, Lukas Bowen auf der Viola und India Gailey auf dem Violoncello – geschärft im Durchführungsteil. Zum Satzende hin erschien die Wiedergabe sehr entschlossen. Der Ensembleklang wirkte sehr klar und durchhörbar.

Innig und fast redend im Tonfall war der langsame Mittelsatz zu vernehmen. Die vier jungen Musiker atmeten schön gemeinsam, sodass mehr und mehr musikalischer Tiefgang entstehen konnte. Demgegenüber wurde der Schlusssatz mit seiner heiteren und gewitzt wiedergegebenen Verspieltheit zum starken Kontrast.

Diese Verspieltheit war schon zu Beginn des Konzerts mit Mozarts Es-Dur-Hornquintett zu hören. Robert Petric fesselte dabei durch seine runde, warme und gesangliche Tongebung. Sanft ertönte der kantable Andante-Satz, nicht zuletzt aufgrund des tieferen Gesamtklangs mit zwei Bratschen, gespielt von Anette Slaatto und Chun-Ming Yang, und einem von Sirja Nironen gespielten Violoncello. Helge Slaattos etwas enger klingende Tongebung auf der Violine verstärkte diesen Eindruck noch.

Besonders gelang den fünf Musikern das Ineinandergreifen der Stimmen zu einem Erlebnis zu machen – und danach der Esprit, mit dem sie den finalen Satz angingen. Petric gab die kurzen virtuosen Momente zupackend wieder. Dafür, wie auch für die anderen Werkwiedergaben, gab es am Ende lang anhaltenden Beifall.

Drittes Konzert auf Schloss Kirchberg

Ein weiteres Konzert, mit dem der Meisterkurs beschlossen wird, ist heute um 19.30 Uhr im Rittersaal des Kirchberger Schlosses zu hören. Auf dem Programm stehen Francis Poulencs Cellosonate FP 143 aus dem Jahr 1948, Dmitri Schostakowitschs achtes Streichquartett op. 110 und Johannes Brahms‘ A-Dur-Klavierquartett op. 26.

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