Die Katastrophe brach gegen 21.30 Uhr über die Familie Kochendörfer herein, die in der siebten Generation die bereits im Jahr 1357 erstmals urkundlich erwähnte Mühle unweit von Lobenhausen an der Jagst besitzt.

Der Herd des Großbrandes lag vermutlich in einer Lagerhalle direkt neben dem Mühlengebäude aus dem Jahr 1921, wo neben Kunstdünger und Saatgut rund 100 Tonnen Pellets deponiert waren.

Die Flammen fraßen sich in Windeseile zu zwei benachbarten Silos durch, die ebenfalls völlig zerstört wurden. Ein rund 30 Meter hoher Elevator knickte durch die Hitze ein – der Förderturm fiel auf das Dach der sechsgeschossigen Mühle, wo sich ebenfalls Glutnester bildeten.

Den Feuerwehren aus Kirchberg, Crailsheim und Schrozberg gelang es unter der Einsatzleitung des Kirchberger Kommandanten Gerhard Stahl in kurzer Zeit, das Mühlengebäude vor den bedrohlichen Flammen abzuschirmen.

Gute Dienste leisteten hierbei die beiden Drehleitern der Feuerwehren aus Crailsheim und Schrozberg. Über sechs Schlauchleitungen und drei Pumpen wurde auch das Wasser der Jagst in einem Mühlkanal für die Löscharbeiten angezapft.

Vorsorglich stellte das Deutsche Rote Kreuz unter der Regie von Marcus Wegner drei Rettungswagen und die Schnelleinsatzgruppen aus Crailsheim und Gaildorf bereit. Verletzt wurde aber glücklicherweise niemand.

Insgesamt waren nach Angaben von Kreisbrandmeister Jürgen Mors 155 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Roten Kreuzes und der Polizei mit 35 Fahrzeugen am Brandort. Die Kriminalpolizei nahm noch in der Nacht die Ermittlungen zu der Brandursache auf, die bislang noch nicht feststeht – ebenso wie die genaue Höhe des Sachschadens, der sich aber nach ersten Schätzungen der Polizei in einer Größenordnung von rund 1,5 Millionen Euro bewegen dürfte.

Fische sterben in der Jagst

Per Lautsprecher forderte die Polizei die Bewohner von Lobenhausen und Mistlau auf, angesichts der Qualmwolken die Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Obwohl die Feuerwehr einen Rohrzufluss in die Jagst verschloss und durch Landwirte das Löschwasser aus einem Regensammler auf dem Hof der Mühle mit Vakuumfässern abpumpen und in der Crailsheimer Kläranlage zwischenlagern ließ, gelangte durch Kunstdünger kontaminiertes Wasser in die Jagst, was auf etlichen Kilometern flussabwärts ein Fischsterben auslöste.