Landkreis Griechen von der Insel Paxos besichtigen Entsorgungsanlagen in der Region

Landrat Gerhard Bauer (links) zeigt im Juni 2013 dem Regionalgouverneur von Peloponnes, Petros Tatoulis (Mitte), wie in Deutschland Müll getrennt wird. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel fädelte dies ein (CDU, rechts). Archivfoto: Volker Hoschek
Landrat Gerhard Bauer (links) zeigt im Juni 2013 dem Regionalgouverneur von Peloponnes, Petros Tatoulis (Mitte), wie in Deutschland Müll getrennt wird. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel fädelte dies ein (CDU, rechts). Archivfoto: Volker Hoschek
Landkreis / SWP 30.04.2014
Malerisch liegt die Insel Paxos im Ionischen Meer. Doch sie droht unter einem Müllberg zu ersticken. Weil das Haller Landratsamt dem griechischen Eiland helfen will, waren nun Griechen zu Gast in Hall.

Eine Delegation der griechischen Insel Paxos um Oberbürgermeister Spyridon Bogdanos und seinem Stellvertreter und Leiter der technischen Dienste der Insel, Athanasios Kagkas, besuchten den Landkreis Schwäbisch Hall. Dies teilt das Landratsamt mit.

Bei dem dreitägigen Besuch sahen sich die Griechen Entsorgungseinrichtungen in der Region an: die alte Deponie und das Entsorgungszentrum Hasenbühl in Schwäbisch Hall, die Biovergärungsanlage in Backnang, die Murrhardter Firma Schäf Städtereinigung, eine Müllverbrennungsanlage in Bamberg sowie die Kläranlage und das Kompostwerk in Obersontheim. Die Abfallwirtschaft sei ein wichtiges Thema bei der Zusammenarbeit zwischen griechischen und deutschen Kommunen, so der Landkreis.

Der für die Abfallwirtschaft im Kreis zuständige Dezernent im Landratsamt, Kämmerer Werner Schmidt, und Landrat Gerhard Bauer haben den Gästen die Abfallwirtschaft im Kreis erklärt. Dabei berichteten sie, wie sich diese auch in Deutschland über lange Zeit schrittweise erst habe entwicklen müssen. "Durch den Wissenstransfer können sich die griechischen Kommunen über Erfahrungen informieren, die wir gemacht haben", so Bauer.

Die Delegation wurde außerdem begleitet von Steffen Baumgartner, Stabsstellenleiter im Landratsamt, Diplom-Ingenieur Eckhard Haubrich, Geschäftsführer der Ingenieurgruppe Ruk in Stuttgart, sowie Roland March, Betriebsleiter der Firma Schäf Städtereinigung in Murrhardt.

Die deutschen Ratgeber hatten auch Lösungsvorschläge für die griechischen Gäste parat: Die Deponie auf Paxos solle gesichert werden. Allerdings solle künftig der Restmüll erst sortiert und dann in einer kleinen Anlage verbrannt werden. Ein Gebührensystem nach deutschem Vorbild solle den Bürger belohnen, wenn er Müll vermeidet und trennt. Die deutschen Fachleute bieten eine Abfallanalyse und die Erstellung eines Müllkonzepts an.

Das deutsche Know-how scheint die griechischen Gäste beeindruckt zu haben, teilt das Landratsamt mit. "Wir werden diese Erfahrung in unserem Land weitergeben", versprach Oberbürgermeister Bogdanos. "Es war wichtig, mit eigenen Augen zu sehen, was wir bisher nur theoretisch kannten", erklärte sein Stellvertreter Kagkas.

Die kommunalpolitisch Verantwortlichen der griechischen Inseln suchen dringend nach individuellen Lösungen für ihre Müllprobleme. Denn die ständig wachsenden Müllberge bereiten den malerischen Inseln mit ihrer Bevölkerung zunehmend enorme Probleme. Der Besuch habe den Gästen Perspektiven geöffnet. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem Landkreis sei ausdrücklich erwünscht.

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