Wolpertshausen / Norbert Acker Ein schwer- und drei leicht verletzte LKW-Fahrer sind die Bilanz eines schweren Unfall bei Wolpertshausen. Die Bergung von vier Lastwagen dauert Stunden.

Am Dienstagnachmittag hat der Fahrer eines polnischen 40-Tonners das Ende eines Staus zu spät bemerkt, der sich auf Höhe der Unterführung der L 1042 von Ilshofen in Richtung Hörlebach auf der A6 in Fahrtrichtung Heilbronn gebildet hatte. Nach der Kollision schob er mit seinem Lastwagen drei weitere Lkw ineinander. Der Unfallver­ursacher wurde schwer verletzt, das Führerhaus seines Fahrzeugs komplett abgerissen. Er musste mit einem Hubschrauber in eine Klinik gebracht werden. Die drei weiteren Fahrer von Lkw aus Slowenien, der Slowakei und Deutschland wurden nach Angaben der Polizei jeweils leicht verletzt. Auch sie mussten vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden.

Durch ein neues Verfahren möchte die Verwaltung bei der Kreisstraßen-Sanierung Geld sparen. Noch in diesem Jahr soll es erstmals getestet werden.

Falsch gesicherte Steine werden meterweit geschleudert

Durch die Wucht des Aufpralls hat sich die Ladung des polnischen Lkw gelöst. Zentnerschwere Granitsteine sorgten für Zerstörung, auch die Fahrbahn ist betroffen. „Da sieht man mal wieder, was passieren kann, wenn solch eine Ladung nicht richtig gesichert ist“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar Karl-Heinz Pröger. Der Beamte der Verkehrspolizeidirektion Schwäbisch ist gegen 15 Uhr dabei, den Unfall aufzunehmen. Was er damit meint, ist offensichtlich, die Granitblöcke sind meterweit geschleudert worden. Einige liegen noch auf der rechten Fahrbahn. Und sie haben Spuren hinterlassen.

Die Auswertung des Polizeipräsidiums Aalen offenbart für den Landkreis Hall gleich mehrere unerfreuliche Trends.

Diese sowie die Bremsspuren und weitere Indizien, die entstanden sind, als der Unfallverursacher noch versucht hat, sein tonnenschweres Fahrzeug abzubremsen, dokumentiert auch ein Beamter der Verkehrspolizei mit einer Drohne.

Bergung der Unfall-Laster ab 16.19 Uhr

Gegen 15.15 Uhr hat die Polizei begonnen, den von Kirchberg bis zur Unfallstelle aufgestauten Verkehr einspurig an den vier Lkw-Wracks vorbei abzuleiten. „Noch länger können wir die Leute ja nicht schmoren lassen“, sagt Pröger. Bergungsfahrzeuge waren gegen 15.30 Uhr vor Ort. „Mit der eigentlichen Bergung ist erst um 16.19 Uhr begonnen worden“, sagt Rudolf Biehlmaier von der Pressestelle des für den Landkreis Schwäbisch Hall zuständigen Polizeipräsidiums Aalen. „Das wird sicher drei, vier Stunden dauern“, sagt Pröger vor Ort.

Die Feuerwehr Ilshofen war mit vier Fahrzeugen und 24 Einsatzkräften im Einsatz. Schweres Gerät zur Bergung des schwer verletzten Lastwagenfahrers war nach Angaben der Polizei nicht notwendig. „Das Fahrerhaus ist so zerstört, dass das wohl nicht nötig war“, sagt Pröger.

Am Dienstag sind vier Lkw bei einem Unfall aufeinander geschoben worden. Die A6 bei Ilshofen war stundenlang gesperrt.

Der Fahrer müsse nun auch noch mit einer Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung rechnen, ergänzt der Polizeibeamte. „Darüber werden wir mit der Staatsanwaltschaft reden müssen.“ Das sei eine Straftat, die schwerer wiege als die Ordnungswidrigkeit der ungesicherten Ladung.

Überlastete Landstraßen um die Autobahn

Zur Bergung ist die Autobahn von Mitarbeitern der Autobahnmeisterei wieder voll gesperrt worden, der Verkehr wurde bis etwa 23.30 Uhr an der Anschlussstelle Kirchberg abgeleitet. Das hat über Stunden für überlastete Straßen in Richtung der Anschlussstellen Wolpertshausen/Ilshofen und sogar bis Schwäbisch Hall gesorgt. Folgeunfälle hat es nach Angaben der Verkehrspolizei zum Glück keine gegeben.

Zum entstandenen Sachschaden kann die Polizei zum Redaktionsschluss noch keine Aussage machen. „Der geht aber sicher in die Hunderttausende“, schätzt Hauptkommissar Pröger. Einer der Lkw habe beispielsweise Teile für die Autoproduktion geladen gehabt.

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