Musik Glockentöne nachgeahmt

Claude Rippas spielt hier die hohe Trompete.
Claude Rippas spielt hier die hohe Trompete. © Foto: Ralf Snurawa
Langenburg / Ralf Snurawa 08.01.2018
Unter dem Motto „Tanzen, singen und Glockenklang“ gaben der Trompeter Claude Rippas und der Organist Friedrich Fröschle ihr Neujahrskonzert.

Schon seit einigen Jahren kommen die beiden Musiker kurz nach Neujahr nach Langenburg, um in der evangelischen Stadtkirche immer ein Konzert zu geben. So haben sie dort inzwischen schon ihr Stammpublikum. Und da das Neujahrskonzert bei Kerzenschein gleichzeitig auch einem guten Zweck diente, und zwar einem neuen Glockenstuhl, hatten sich diesmal etwa 150 Zuhörer eingefunden.

Ganz klassisch rahmten die beiden Musiker ihr Konzert mit barocken Klängen ein. Gemeinsam eröffneten sie das Programm mit Alessandro Marcellos d-Moll-Concerto mit Sinn für verzierungsreiches, schön geatmetes Spiel genauso wie für pulsierendes Spiel.

Friedrich Fröschle ließ darauf Johann Sebastian Bachs berühmte Toccata und Fuge in d-Moll folgen. Mit Sinn für Dramatik trug er die Toccata vor. Im Fugenteil spielte Fröschle mit Registereffekten, also dem Gegenüberstellen von expressiven und eher verinnerlichten Momenten.

Ähnlich konnte man es kurz vor Konzertende mit Louis Alfred Lefébure-Wélys „Sortie“ in Es-Dur erleben, wobei es mehr ums klangliche Schattieren des sonst strahlenden Tonfalls ging. Als Schlussstück hatte das Duo vier Sätze aus den „Sinfonies de Fanfares“ von Jean-Joseph Mouret gewählt, einem barocken Komponisten aus Frankreich.

Glänzend und hell war die Tongebung auf der hohen Trompete in den beiden Ecksätzen. Sie schlossen ein gesanglich gehaltenes und auf dem Corno da caccia gespieltes Menuett und Air ein.

Zwischen diesen barocken Stücken breiteten die beiden Musiker das Konzertmotto klanglich aus. Für den Tanz hatten sie irisch-schottische Weisen gewählt. Gewechselt wurde hier zwischen ausgelassenen Tanzstücken wie „The Rocky Road To Dublin“ und zart gesanglich intonierten wie „Mrs. Jamison’s Favourite“, für eine wärmere Tongebung von Rippas auf dem Flügelhorn gespielt.

Dieses Instrument verwendete der aus Zürich stammende Musiker auch für die ruhigeren Weisen der Schweizer Volkslieder, die für das Singen des Konzertmottos standen, etwa „Le Ranz des vaches de Fribourg“. Dagegen ließ er zu „Es wott es Froueli z‘Märit ga“ die Trompetenventile tänzeln – wie Friedrich Fröschle die Orgeltasten.

Das betraf danach vor allem die Stücke mit Nachahmungen von Glockentönen. Gegenüberstellungen dunkler und lichter Glockentöne führte Fröschle mit Walter Spinneys „Vesper Bells“ vor. Hell und gesanglich folgte Louis Maes‘ „Les clochettes“ und strahlend Henry Mulets „Carillon“.

Am Ende gab es für beide Musiker lang anhaltenden Beifall, für den sie sich mit dem Spiritual „Ride On, Moses“ als Zugabe bedankten.

Info Spenden für die Sanierung des Glockenstuhls können auf das Spendenkonto der evangelischen Kirchengemeinde Langenburg eingezahlt werden: IBAN DE65 6225 0030 0002 6005 87, Sparkasse Schwäbisch Hall, Stichwort „Glockenstuhl“.

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