Rettung Gerhard Galiatz rettet zehnjährige Nichtschwimmerin

Am Finsterroter See ehren die Bürgermeister Heinz Nägele (rechts), Damian Komor (links) und Christoph Jäger (Zweiter von links) Gerhard Galjatz für seinen Lebensrettungseinsatz. Foto: Gustav Döttling
Am Finsterroter See ehren die Bürgermeister Heinz Nägele (rechts), Damian Komor (links) und Christoph Jäger (Zweiter von links) Gerhard Galjatz für seinen Lebensrettungseinsatz. Foto: Gustav Döttling
GUSTAV DÖTTLING 09.09.2013
Gerhard Galiatz aus Großerlach-Neufürstenhütte ist ein Lebensretter. Eine zehnjährige Grundschülerin aus Flein verdankt dem beherzten Eingreifen des DLRG-Rettungsschwimmers ihr Leben.

Das Mädchen, das nicht schwimmen kann, fiel bei einer Tretbootfahrt mit zwei Klassenkameradinnen in den Finsterroter See. Für seine Rettungstat ehrten jetzt die Bürgermeister Heinz Nägele (Wüstenrot), Damian Komor (Mainhardt) und Christoph Jäger (Großerlach) den 53-jährigen Lagerverwalter, der seit 1975 DLRG-Mitglied in Mainhardt ist.

In Anwesenheit seiner Familie belohnten die Bürgermeister Gerhard Galiatz mit einer Rettungsurkunde sowie Einladungen zu Theater- und Konzertaufführungen in den drei Gemeinden. "Ich habe einen Hilferuf gehört, mich umgedreht und erkannt, dass ein Mädchen etwa 40 Meter von meinem Standort entfernt von einem Tretboot ins Wasser gefallen war und untertauchte", schildert Gerhard Galiatz die Situation des Badeunfalls am 18. Juni 2013. Er sei sofort ins Wasser gesprungen und in rund 40 Sekunden zum Unglücksort geschwommen. Er habe gesehen, wie das Mädchen zweimal unter- und wieder aufgetaucht sei. Kurz bevor er den Unglücksort erreicht habe, sei das Kind erneut untergegangen.

"Ich bin sofort getaucht und habe sie tatsächlich zu fassen bekommen - obwohl man nichts sieht", berichtet der Rettungsschwimmer. Mit Hilfe der beiden anderen Mädchen sei es ihm gelungen, die Nichtschwimmerin auf das Tretboot und ans Seeufer beim Kiosk zu bringen. Dort kümmerte er sich mit seiner DLRG-Kollegin Meta Schoch um das Mädchen. "Sie hat glücklicherweise kein Wasser geschluckt, sondern instinktiv unter Wasser die Luft angehalten", erzählt Galiatz. Somit waren keine Wiederbelebungsmaßnahmen nötig. Normalerweise gibt es am Finsterroter See keine Badeaufsicht und keinen DLRG-Wachdienst. "Wir hatten für diesen Tag jedoch eine Dienstanforderung von der Grundschule erhalten", berichtet Galiatz, bei der DLRG-Ortsgruppe Mainhardt Ausbilder und Technischer Leiter. Nur deshalb seien er und Meta Schoch da gewesen. Die Schüler waren während ihres Klassenausflugs im Evangelischen Freizeitheim Finsterrot untergebracht. "Ich bin froh, dass es so gut ausgegangen ist", sagt Ehefrau Gerlinde Galiatz. "Sie und die DLRG haben mit ihrem selbstlosen Handeln gezeigt, worauf es in unser Gesellschaft ankommt", zollte Bürgermeister Heinz Nägele dem Familienvater Respekt. Es sei unverständlich, dass das Innenministerium den Antrag der drei Gemeinden auf Verleihung der Rettungsmedaille des Landes abgelehnt habe. "Ihnen gebührt unser aller Dank, weil sie in der DLRG-Ortsgruppe Mainhardt so aktiv sind", würdigte Damian Komor die Rettungstat.