Kreßberg Gemeinwohl ist jetzt zertifiziert

Christian Felber überreicht Martina Jacobson die Zertifizierung.
Christian Felber überreicht Martina Jacobson die Zertifizierung. © Foto: Simon Harhues
Kreßberg / Christine Hofmann 06.08.2018
Als erstes Ökodorf in Deutschland hat die Genossenschaft Schloss Tempelhof Gemeinwohlbilanz gezogen.

Die Genossenschaft Schloss Tempelhof hat im siebten Jahr ihres Bestehens jetzt erstmals – und als erstes Ökodorf in Deutschland – eine Gemeinwohl-Bilanz gezogen. Diese misst Erfolg nicht nach den Maßstäben des Finanzgewinns, sondern nach der Mehrung des Gemeinwohls. Der individuelle Beitrag zum Gemeinwohl wird dabei auf Basis einer Gemeinwohl-Matrix definiert und bewertbar gemacht. Konkret geht es etwa um Fragen wie: Welche Auswirkungen haben wirtschaftliche Aktivitäten auf die allgemeine Lebensqualität heute und morgen? Wird soziale Gerechtigkeit gefördert und wird ökologische Nachhaltigkeit sichergestellt? Für Aktivitäten, die über die Erfüllung der gesetzlichen Mindeststandards hinausgehen, werden Punkte vergeben. Nach der Selbsteinschätzung werden die Punkte von einem unabhängigen Auditor überprüft.

Sehr gutes Ergebnis

Mit einer Bilanzsumme von 783 Punkten hat die Tempelhof-Genossenschaft dabei einen extrem hohen Wert erreicht. „Es ist eines der besten Ergebnisse, die bislang erzielt wurden“, stellte Christian Felber, Gründer der Gemeinwohl-Ökonomie-Bewegung, fest, der im Rahmen des Sommercamps als Referent am Tempelhof war und die Zertifizierung überreichte. Mehr als 500 Unternehmen hätten sich bereits zertifizieren lassen.

Dass das Ergebnis so gut ist, liege vor allem an der Struktur des Ökodorfes, erklärte Felber: „Allein durch die Selbstversorgung und alles, was damit zusammenhängt, gibt es einen Punktevorsprung, den normale Unternehmen kaum einholen können.“ Martina Jacobson, die den Zertifizierungsprozess am Tempelhof geleitet hat, freut sich über das gute Ergebnis. „Die Zertifizierung hat gezeigt, dass am Tempelhof schon vieles da ist, was wir im Alltag gar nicht mehr als besonders wahrnehmen. Sie ist eine gute Bestätigung dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel