Obersontheim Gemeinsame Lösung in Sicht

Obersontheim / SIGRID BAUER 25.06.2014
Obersontheims Bürgermeister Siegfried Trittner verhandelt weiter über einen Schulverbund mit Bühlertann und Bühlerzell. Eine Gemeinschaftsschule in Obersontheim lehnen die Nachbargemeinden ab.

Die Zustimmung der Nachbargemeinden wäre Voraussetzung gewesen, dass das Regierungspräsidium doch noch eine eigenständige Gemeinschaftsschule in Obersontheim bewilligt. Warum der Vellberger Gemeinderat eine Gemeinschaftsschule in Obersontheim ablehnt, könne er nicht nachvollziehen, so Bürgermeister Siegfried Trittner auf der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Von der Vellberger Kreuzäckersiedlung wären die Schüler mit dem Bus in zwölf Minuten in Obersontheim, während sie nach Ilshofen 40 Minuten bräuchten. "Aber nachkarten bringt nichts", meinte er. Dass Bühlertann dagegen stimmt, sei zu erwarten gewesen, da der dortige Schulstandort durch eine Gemeinschaftsschule in Obersontheim geschwächt würde.

Trittner ist immer noch der Meinung, dass ein vielfältiges Bildungsangebot mit Realschule und Gemeinschaftsschule im Oberen Bühlertal das Beste für die Region gewesen wäre. Aber Obersontheim könne auch mit einer Lösung, für die das Regierungspräsidium jetzt den Weg frei gemacht hat, gut leben: Die Realschule, an der Bühlertann in jedem Fall festhalten will, würde auf die beiden Standorte Bühlertann und Obersontheim aufgeteilt. Die Klassen 5 und 6 würden in Obersontheim unterrichtet, die Klassen 7, 8, 9 und 10 in Bühlertann. Entsprechend aufgeteilt würden auch die Werkrealschulklassen. Für dieses Konzept "Schule Oberes Bühlertal" muss die bisherige Schenk-Friedrich-Haupt-und-Werkrealschule aufgelöst werden. Die neue Schulform wäre komplett von den Grundschulen getrennt. Sie würden in Obersontheim zwei- bis dreizügig, in Bühlertann zwei- und in Bühlerzell einzügig weiterlaufen.

Diesem Vorschlag, der die Schulleitung in Bühlertann vorsieht, hatten die Bürgermeister von Bühlertann, Obersontheim und Bühlerzell sowie die Rektoren der Schulen grundsätzlich zugestimmt. "Eine Kooperation ist das Vernünftigste", meinte Trittner und bekam dafür die geschlossene Zustimmung des Gemeinderats.

Einig waren sich die Räte auch darüber, dass die Gemeinde ihre Berufung gegen die Ablehnung des Gemeinschaftsschulantrags zurückziehen solle, sobald sich ein Verhandlungsergebnis mit Bühlertann und Bühlerzell abzeichnet.

Als nächsten Schritt werden die Schulleitungen ein gemeinsames pädagogisches Konzept erarbeiten. Für Obersontheim macht das Konrektor Günther Franke, da Rektor Karl Eugen Altdörfer bald in Ruhestand geht. "Herr Franke wird vermutlich im nächsten Schuljahr als Interimslösung die Schule leiten. Danach brauchen wir einen Grundschulrektor", erklärte der Obersontheimer Rathauschef.

Parallel zu den pädagogischen Gesprächen müssen die Schulverwaltungen Fragen zur Finanzierung, Gebäudenutzung, Ausstattung und zum Personal etwa für Sekretariat und Küche klären. Ziel ist, noch 2014 zu einem Ergebnis zu kommen. Der neu organisierte Schulbetrieb soll zum Schuljahr 2015/2016 starten.