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Gemeinderatswahl
Kirchberg / Sebastian Unbehauen Die bewegtesten Zeiten liegen vorerst hinter Kirchberg. Trotzdem bewegt sich viel. Mittendrin: der bald deutlich kleinere Gemeinderat.

Ach, was waren das für aufregende Zeiten, die Kirchberg seit der Gemeinderatswahl im Jahr 2014 durchgemacht hat: Mühlenbrand in Lobenhausen, heftiger Streit um den Bau des neuen Feuerwehrmagazins in Kirchberg, umkämpfte Bürgermeisterwahl ohne Sieger im ersten Durchgang – um nur die wichtigsten Ereignisse zu nennen. Zwischendurch, so hatte man den Eindruck, war es alles andere als ein Vergnügen, im Städtchen an der Jagst kommunalpolitische Verantwortung zu tragen.

Mittlerweile freilich ist manche Nachwehe zurückliegender Konflikte abgeklungen – und spätestens seit der Verabschiedung des Zukunftskonzepts Anfang 2018 hat sich der Blick zunehmend nach vorn gerichtet. Von einer „Art kollektiven Therapiesitzung“ schrieb das HT, als es von der Vorstellung des Konzepts in der Festhalle berichtete. Thomas Franz (Aktive Bürger) bat seinerzeit darum, nicht auf seine Rolle als Stadtrat reduziert, sondern einfach als normaler Bürger wahrgenommen zu werden. Axel Rudolph (UGL) sprach damals von „Verletzungen“, die die Polarisierung der vorangegangenen Jahre hinterlassen habe.

Jetzt also hat man ein Zukunftskonzept, dessen Umsetzung durchaus akribisch überwacht wird: Ein Ampelsystem zeigt an, welche Projekte umgesetzt wurden, gerade umgesetzt werden oder noch nicht umgesetzt sind. Der aktuelle Zwischenstand kann auf der städtischen Internetseite eingesehen werden, auch in jeder Gemeinderatssitzung wird darauf eingegangen. Kurzum: Der Fokus liegt heute klar auf der Sacharbeit, es ist wieder ruhiger geworden in Kirchberg.

Elf Frauen und 22 Männer konkurrieren um einen Sitz im Michelfelder Gemeinderat.

Zahlreiche große Investitionen sind derweil bereits beschlossen: Die Sanierungen der August-Ludwig-Schlözer-Schule in Kirchberg und der Johannes-Gutenberg-­Schule in Gaggstatt etwa, außerdem die Inwertsetzung des Sophienbergs und der Neubau der Ortsdurchfahrt Lendsiedel. Rund um die Schulen im Hauptort soll ein Nahwärmenetz entstehen. An der Eschen- und Lindenstraße ist ein neues, modernes Stadtquartier geplant. Das Stuttgarter Büro Baldauf gewann den zugehörigen Ideenwettbewerb. Fest steht also: Es wird sich viel bewegen in nächster Zeit. Und auch der Gemeinderat wird nicht bleiben, wie er bisher war. Vor einem Jahr nämlich wurde die Abschaffung der unechten Teilortswahl beschlossen. Teilorte haben also keine garantierten Sitze mehr, die Zahl der Stadträte wird von 20 auf 14 sinken.

Die drei bekannten Listen treten wieder an: Aktive Bürger, Unabhängige Wählervereinigung (UWV) und Unabhängige Grüne Liste (UGL). Die mit Abstand größte Kontinuität herrscht dabei bei der UWV: Sämtliche amtierenden Gemeinderatsmitglieder sind am 26. Mai wieder als Kandidaten an Bord. Auch Michael Kochdörfer, der zwischenzeitlich aus dem Gremium ausgeschieden war, tritt wieder an. Drei weitere neue Kandidaten wollen ins Gremium.

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Die Aktiven Bürger schicken vier ihrer acht Stadträte wieder ins Rennen: Max Botsch, den neuen Listensprecher, Thomas Franz, Gerhard Borchers und Martin Sorg. Dazu kommen acht Kandidaten, die bisher nicht im Gemeinderat saßen. Jürgen Scharch, ehemaliger Stimmenkönig, tritt nicht mehr an.

Die UGL setzt weiterhin auf Listensprecher Axel Rudolph und Steffen Böck, Robert Schmid-­Denkler und Beatrice Freiberg treten nicht mehr an. ­Dafür werben fünf Neue um Stimmen, darunter Claus Krüger, einer der Sprecher der Bürgerinitiative gegen das Feuerwehrmagazin in der Au.

Was auffällt: Bei den Aktiven Bürgern dominieren Bewerber aus dem Hauptort, während die Teilorte verstärkt auf den anderen Listen vertreten sind. Und: Nur vier Frauen bewerben sich um einen Sitz. Da ist noch viel Luft nach oben.

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Info

Das HT-Wahlforum zur Gemeinderatswahl in Kirchberg mit Vertretern aller Listen findet am Donnerstag, 2. Mai, um 19 Uhr in der Festhalle statt.