Braunsbach Gemeinderat Braunsbach entscheidet über Sportplatzneubau

Stehen vor dem Hang und hinter dem Projekt (von links): die TSV-Vorstände Rainer Bölhoff, Heiko Dietrich, Anton Frick und der Abteilungsleiter Fußball Günter Grasmüller. Das Modell hat Architekt Wolfgang Kuhn erstellt. Foto: Ufuk Arslan
Stehen vor dem Hang und hinter dem Projekt (von links): die TSV-Vorstände Rainer Bölhoff, Heiko Dietrich, Anton Frick und der Abteilungsleiter Fußball Günter Grasmüller. Das Modell hat Architekt Wolfgang Kuhn erstellt. Foto: Ufuk Arslan
VIKTOR TASCHNER 13.09.2013
Große Hoffnungen setzt der TSV Braunsbach auf den geplanten Kunstrasenplatz. Um die nötigen Zuschüsse zu bekommen, muss jedoch der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung zustimmen.

Drei Spiele, drei Siege, Tabellenplatz 2 in der Kreisliga A1. Obwohl der Saisonstart des Turn- und Sportvereins (TSV) Braunsbach geglückt ist, trübt ein schon länger bestehender Umstand die Freunde der TSV-Kicker: Der Bau des aus Vereinssicht benötigten Ausweichplatzes ist nicht gesichert.

"Wir sind im Fußball-Bezirk Hohenlohe der einzige Verein unter 150 Clubs, der keinen Ausweichplatz zur Verfügung hat", sagt Heiko Dietrich aus dem dreiköpfigen TSV-Vorstand. Den bestehenden Rasenplatz im Braunsbacher Sportpark überlastet die Vielzahl an Spielen und Trainingseinheiten von Erwachsenen- und Jugendmannschaften. Mit zunehmend schlechterem Wetter verwandelt sich das Grün in ein nur schwer bespielbares Braun. Zudem liegt der jetzige Platz im Hochwassergebiet.

Den geplanten Neubau gegenüber dem Sportheim verteuert die Topographie. Der Hang müsste zunächst begradigt werden. Den Bau an einem anderen Ort lehnt der TSV ab: "Dort fehlt die ganze Infrastruktur, WC, Umkleiden, Parkplätze. Woanders wäre es teurer, als hier am Vereinsheim die Erde zu bewegen", macht Dietrich klar. Als gewünschten Spieluntergrund bevorzugt der TSV einen Kunstrasen, da dieser pflegeleicht und wetterfest ist.

"Der TSV hat zur Zeit 716 Mitglieder. Fast jede Braunsbacher Familie hat mindestens einen TSV-ler in ihren Reihen, und das seit Generationen", erklärt Rainer Bölhoff, ebenfalls Vorstand des 1921 gegründeten Vereins. Er spiele für die Daseinsfürsorge in der Gemeinde eine wichtige Rolle, da es beim Sport um die Gesundheit der Bürger gehe. "Der Verein ist einer der tragenden Säulen im Gemeindeleben", so Bölhoff. Ohne den Neubau habe der Fußball in Braunsbach keine Zukunft.

Den Knackpunkt bildet die Finanzierung. 800.000 Euro veranschlagt der TSV für den neuen Sportplatz, wovon rund 150.000 Euro auf die klamme Gemeindekasse entfallen würden. "Wenn der Beschluss am kommenden Mittwoch eine Mehrheit findet, nimmt die Gemeinde dafür keinen Kredit auf", stellt Braunsbachs Bürgermeister Frank Harsch klar. Stattdessen sollen die Mittel durch Grundstücksverkäufe erlöst werden. Dabei kauft der TSV für 100.000 Euro unter anderem einen Teil des zu bebauenden Hangs ab, der noch im Gemeindeeigentum steht. Die restlichen 50.000 Euro müsste die Gemeinde durch weitere Verkäufe an Dritte einnehmen.

Der TSV will einen Großteil seines Anteils aus Spenden, Patenschaften für den neuen Platz, Mitgliederdarlehen und einer Förderung durch den Württembergischen Landessportbund (75.000 Euro) beziehen. Für ein Bankdarlehen müsste die Gemeinde mit 50.000 Euro bürgen, mehr erlaubt die Kommunalaufsicht wegen der angespannten Haushaltslage nicht. "Eine fehlende Bürgschaft wäre eine weitere Erschwernis für uns, aber nicht das Aus des Projekts", meint Bölhoff. Um die Darlehen zu bedienen, betreibt der TSV vereinseigene Fotovoltaik-Anlagen in Zottishofen.

Sowohl der Verein, als auch Harsch sind sich indes im Klaren, dass das Projekt am Ausgleichsstock hängt, den die Gemeinde beim Regierungspräsidium in Stuttgart beantragen will. "Wenn die Ausgleichszahlung nicht oder nicht in der gewünschten Höhe kommt, kann der TSV den Neubau nicht realisieren", stellt Bölhoff unumwunden fest.

Der Gemeinderat war in dieser Sache bislang gespalten. Der Antrag, die Bürger bei einer Befragung direkt entscheiden zu lassen, erreichte nicht die nötige Zweidrittel-Mehrheit (acht Ja-, sechs Nein-Stimmen). Am kommenden Mittwoch stehen die Anträge zur Bürgschaft, dem Ausgleichsstock und der Gewährung des Gemeindezuschusses auf der Tagesordnung. Diesmal entscheidet die einfache Mehrheit.