Blaufelden Gemeinderat Blaufelden verabschiedet Haushaltsplan für 2014

Im Vergleich mit anderen Kommunen aus der Region steht Blaufelden bei der Pro-Kopf-Verschuldung mit 821 Euro noch relativ gut da. Am Montag hat der Gemeinderat den Haushaltsplan für das laufende Haushaltsjahr verabschiedet.
Im Vergleich mit anderen Kommunen aus der Region steht Blaufelden bei der Pro-Kopf-Verschuldung mit 821 Euro noch relativ gut da. Am Montag hat der Gemeinderat den Haushaltsplan für das laufende Haushaltsjahr verabschiedet. © Foto: Mathias Bartels
Blaufelden / MATHIAS BARTELS 26.02.2014
Weniger Schulden, aber erst in den kommenden Jahren: Das war jetzt Thema im Blaufeldener Gemeinderat, als es um den Haushaltsplan 2014 ging. Letztlich hat das Gremium dem Planwerk einstimmig zugestimmt.

"Unverhofft kommt oft", weiß der Volksmund und drückt damit durchaus eine positive Grundbefindlichkeit aus. Obs so weit kommt, ist in Blaufelden ungewiss. Doch unerwartet-unverhofft kamen sie allemal, die zusätzlichen Ausgaben, die den 2014er Etat der Gemeinde nach Kräften durcheinandergewirbelt haben. So schlagen sowohl der Umbau des früheren Altenheims im Kleistweg zum Kindergarten wie auch die Ausweitung des Gewerbegebiets Süd-Ost mit erheblichen Kosten aufs Planwerk durch. Diese unvorhergesehenen Projekte sorgen dafür, dass die Finanzdecke kürzer wird, aber immer noch reicht.

Zwar müssen neue Kredite aufgenommen werden, doch Bürgermeister Klaus Köger und Finanz-Fachmann Roland Bach sind optimistisch, dass alle dringenden Maßnahmen gestemmt werden können. In Einnahmen und Ausgaben auf knapp 17,8 Millionen Euro ist nun der Haushalt für 2014 festgezurrt. 14.135.000 Euro entfallen auf den Verwaltungs-, 3.645.000 Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt liegt bei rund 1,3 Millionen Euro, 650.000 Euro können für Investitionen als Kredite aufgenommen werden. Die Pro-Kopf-Verschuldung weist 821 Euro aus, was die zum Stichtag 5154 Blaufeldener im Gemeindevergleich ins Mittelfeld bringt. Und: 352.000 Euro Schulden sollen getilgt werden.

Eines indes ist klar: Die gesetzlichen Vorgaben in Sachen (Klein-) Kinder-, Schüler- und Jugendbetreuung machen sich deutlich bemerkbar. Kindergärten und Schulen verursachen im Zehn-Jahres-Vergleich längst erhebliche Mehrkosten. "Die Kinder- und Jugendbetreuung", so Bürgermeister Klaus Köger in der Montagssitzung, "bilden einen enormen Schwerpunkt unserer Haushaltspolitik". Bis hin zum Stellenplan übrigens, denn Ganztagsbetreuungsangebote wollen schließlich auch personell bewältigt sein.

Eine Zahl verdeutlicht den Aufwand besonders: Mit rund 4000 Euro jährlich bezuschusst die Kommune jedes einzelne der derzeit 164 Kindergartenkinder. Und weil an den Schulen die komplette Infrastruktur vorgehalten werden muss, steigern sinkende Schülerzahlen die Kosten ebenfalls. Bedenklich: Vom Höchststand 813 Schüler im Jahr 2006 ist die Zahl an den Blaufeldener Schulen bis aktuell auf 567 gefallen.

Es wäre sicher leicht, vom Schuldenstand runterzukommen, argumentierte Klaus Köger, "wenn wir einfach weniger investieren". Doch man habe nun mal Bedarf an diesem und jenem, eben weil nicht alles gerichtet und in Top-Zustand ist, ergänzte er. "Sechs Kläranlagen, acht Hallen, ein Hallen- und ein Freibad, all das will unterhalten sein", erklärte er. Fazit: Bis 2017 soll der Schuldenstand wieder reduziert werden.

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