Satteldorf Gemeinde Satteldorf hat Haus in Gröningen für bis zu 16 Asylbewerber angemietet

Bis zu 16 Menschen könnten in diesem Gebäude an der Gröninger Hauptstraße 16 untergebracht werden - nach Renovierung des Hauses.
Bis zu 16 Menschen könnten in diesem Gebäude an der Gröninger Hauptstraße 16 untergebracht werden - nach Renovierung des Hauses. © Foto: Mathias Bartels
MATHIAS BARTELS 22.05.2015
Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge und Asylbewerber werden auch in Satteldorf dringend gesucht. Die Gemeinde hat mittlerweile ein leer stehendes Gebäude in der Gröninger Hauptstraße angemietet.

Angesichts der zunehmenden Flut an Flüchtlingen hat der Landkreis Hall als untere Aufnahmebehörde große Probleme, geeignete Unterkünfte zu finden. "Eine wahre Flüchtlingswelle ist zu erwarten", erläuterte Bürgermeister Kurt Wackler jetzt im Gemeinderat. "Die aktuellen Zahlen sind erst der Anfang, was uns alle vor große Herausforderungen stellt." Die Zahlen sprächen eine deutliche Sprache, so Wackler.

Im Landkreis Hall prognostizieren die Verantwortlichen monatlich aktuell 88 aus den Landeserstaufnahmestellen zugewiesene Flüchtlinge, mithin 1056 pro Jahr. 2013 waren es in der Summe 259, ein Jahr später bereits 516 Menschen, die bis zur Anerkennung oder Ablehnung ihres Asylantrags im Landkreis untergebracht werden mussten. Nach Ende der "vorläufigen Unterbringung", spätestens aber 24 Monate nach der Aufnahme folgt die sogenannte "Anschlussunterbringung". Und da sind die Kommunen gefordert. Auf der Grundlage von Zuteilungsquoten werden den Kommunen Flüchtlinge zugeteilt. In Satteldorf wohnen derzeit vier Asylbewerber, drei davon in Neidenfels.

Das Satteldorfer Problem: Es gibt so gut wie keine Leerstände in der Gemeinde. "Nichts, wo man auf einen Schlag 60 bis 80 Personen beherbergen könnte", beschrieb es der Bürgermeister. Entsprechende Aufforderungen per Gemeindeblatt an die Bürgerschaft, leere Wohnungen zu melden, stießen ins Leere. Inzwischen habe man mehrere in Frage kommende Objekte in Augenschein genommen. Doch "vieles kommt einfach nicht in Frage, weil es entweder keine Küchen oder ausreichende sanitäre Anlagen gibt", erklärte Wackler. "Komfortwohnungen sind gar nicht gefragt", ergänzte er, "aber man kann ein Haus ja auch nicht bis unter den First belegen."

"Bitte lassen Sie's uns wissen, wenn privat etwas angeboten wird", richtete Wackler einen Appell ans Gremium. Fürs Erste wird das leer stehende Gebäude in der Gröninger Hauptstraße 16 für Asylbewerber hergerichtet. Bis zu 16 Menschen könnten hier untergebracht werden, bis zu zehn seien in diesem Jahr noch zu erwarten. Aber: "Mit weiteren Zuteilungen ist zu rechnen", kündigte Kurt Wackler an. "Das wird für alle eine enorme Herausforderung, obwohl sich einige Asylbewerber durchaus auch selber um eine Wohnung bemühen und der Landkreis dazu Zuschüsse gibt. Da müssen alle Register gezogen werden."

In Satteldorf habe sich erfreulicherweise bereits ein ehrenamtlicher Kreis gebildet, der sich der Asylbewerber annimmt, teilte der Bürgermeister dem Gremium mit. Das wiederum erfuhr auf Anfrage, dass bei der Zuteilung von Flüchtlingen alle Kommunen im Landkreis Hall nach einem Einwohner-Verteilerschlüssel gleich behandelt werden.