Michelbach Gegen nationale Ressentiments

Austausch über nationale Grenzen hinweg: An einer Stellwand betrachten Schüler des Evangelischen Schulzentrums Michelbach Fotos - bald auch vom internationalen Austausch. Privatfoto
Austausch über nationale Grenzen hinweg: An einer Stellwand betrachten Schüler des Evangelischen Schulzentrums Michelbach Fotos - bald auch vom internationalen Austausch. Privatfoto
Michelbach / SWP 26.07.2013
Das Evangelische Schulzentrum Michelbach startet zusammen mit vier europäischen Schulen ein Projekt. Das erste Treffen ist im November.

"Die Jugendlichen als Botschafter des Friedens" - so lautet der Titel eines internationalen Schulprojekts, das jetzt startet. Mit dabei ist auch das Evangelische Schulzentrum Michelbach. Weitere Teilnehmer sind das Collège Lycée International Le Cévenol in Le Chambon-sur-Lignon, das Liceo Linguistico Internazionale Grazia Deledda in Genua und das Ilgaz Sehit Nizamettin Yaman Andalou Lisesi im türkischen Cankiri. Das erste Treffen der fünf Schulen ist Anfang November in Frankreich.

Die Schulpartnerschaft ist Teil des Comenius-Programms. Die Schulen arbeiten zusammen und erhalten dafür Fördergelder von der Europäischen Union. Die Schulen setzen die Schwerpunkte ihrer Zusammenarbeit selbst. Sie können sich auf Schüleraktivitäten, das Lernen von Fremdsprachen, auf pädagisch-didaktische Themen und Fragen des Schulmanagements beziehen.

"Wir haben nun eine internationale Verankerung der Schule, die wir zuvor nicht hatten", sagt Ralph Gruber, der stellvertretende Schulleiter am Evangelischen Schulzentrums Michelbach. "Unser Ziel ist es nun, die Kontakte in die vier Partnerländer auszubauen."

Gruber betont, dass die Zusammenarbeit mehr als nur ein Schüleraustausch sei. "Unsere Schüler können künftig zu einem projektbezogenen Austausch an das College Cevenol in Le Chambon-sur-Lignon zu fahren." Der Titel des Projektes ist laut dem stellvertretenden Schulleiter "auch eine Antwort auf die derzeitige europäische Euro- und Identitätskrise". Seiner Erfahrung nach nähmen die nationalen Ressentiments wieder zu, "das wollen wir nicht", sagt Gruber.

Die Zusammenarbeit zwischen den fünf europäischen Schulen wurde über den Pädagogischen Austauschdienst im Sekretariat der Kultusministerkonferenz eingefädelt. Der Dienst ist zuständig unter anderem für das Comenius-Programm, er berät Antragsteller, organisiert Informationsveranstaltungen und wertet Ergebnisse aus.